Kolumne

Die Erlebnisse von Velokurier A#115: Standvelo

Wo bin ich?

Wo bin ich?

Armin Biehler ist seit neun Jahren Velokurier in Basel und hat mit der Indexnummer A#115 bald 100'000 Kilometer zurückgelegt. Er nimmt die «Schweiz am Wochenende» mit aufs Velo und berichtet von seinen Erlebnissen auf zwei Rädern.

Der Widerspruch an sich. Sie bewegen sich, das Velo bleibt stehen. Auch unter Hometrainer, Spinning Velo, Fitness Fahrrad bekannt. Das ist es, nach dem mein Knie mit neuem Kreuzband verlangt. Für den Rest, der Wiener Chansonnier: «Die wahren Abenteuer sind im Kopf und sind sie nicht im Kopf, so sind sie nirgendwo».

09.30 Uhr Crossklinik, Bundesstrasse 1. Nelson mein Physiotherapeut zückt den Schraubenschlüssel, will den Pedalwinkel für Gehbehinderte verstellen. Winke ab. «Das brech ich übers Knie» Superwitz, der nicht ganz ankommt. Er mahnt zur Vorsicht. Ich schwitze, er erlaubt eine Viertelstunde. Gebe alles, wieder treten, endlich. Schweiss an den Oberarmen, tropft am Ellenbogen ab, kleine Pfütze am Boden, konkret.

10.15 Uhr Sport-Tiedje, Elsässerstrasse 125. Hier aufgefahren in Reih und Glied, vom Tomahawk bis zum Tacx Flux 2. Schnurstraks auf das Luxusmodell zugesteuert. Der Verkäufer schmeichelt «Deine Waden, Velofahrer?» «Manchmal». Er schwärmt vom App zum Flux und der Filmkollektion, ab 1’645.- CHF, vor dem Flachbildschirm strampeln. Der Hund, der dem Würstchen an der Angel hinterherrennt. Bin Vegetarier.

12.37 Uhr Streetworkout Dreirosen, Unterer Rheinweg. Ertappe mich, starre auf die geschmeidigen Knie, die alle erdenklichen Bewegungsabläufe mitmachen. Hier trainieren die, die zeigen was sie haben und mir fehlt. Schaue in mein Handy, suche so ein Velo. Ricardo und Galaxus, bums eine Stunde rum, mir surrt der Kopf. Will ein Standvelo, jetzt. Brockenstuben.

15.43 Uhr Heilsarmee Brocki, Breisacherstrasse 45. Meine Rettung, viel gesehen bis hier her, mit Elektronik und Pulsmesser, ohne verstellbaren Sattel. Da steht sie die Rolle, leuchtend gelb, zwanzig Jahre alt, reine Mechanik. An der Kasse der Freud einer Velokurierin. «Sie ist nicht auszuhalten, wenn sie mal nicht velofahren kann, du?» Nicke stumm. «Ok, zwanzig Stuz, ist nur eine Ersatzdroge».

Zu Hause Velo aufgebockt, Rolle fixiert. Angetreten. Die ersten Umdrehungen ins Abenteuer. Draussen wiegen sich die Bäume im Wind.

ride on A#115

Wo bin ich? Machen Sie mit beim obigen Bilderrätsel von Velokurier Armin Biehler und gewinnen Sie ein Exemplar seines Buchs «A#115». 

Schreiben Sie eine E-Mail an mailadmin@biehler-film.org mit dem Lösungswort, Ihrem Namen und der Post-Adresse. Einsendeschluss: Samstag,
22. Juni 2019. Der Gewinner wird persönlich benachrichtigt.

Über den Wettbewerb wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Daten aller Teilnehmer werden vertraulich behandelt.

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