. . . bis Ammel. Stellt ein Kumpel Fotos auf Facebook, vom Velo aus geknipst. Mitten im Baselbiet. Kommentiert: «Rare Momente, in denen ich zum Lokalpatrioten mutieren könnte». Da bin ich bisschen hemmungsloser: «Drum hei mr au keis Land so lieb wie euses Baselbiet», klingt’s schön in meinen Ohren. Steig auf mein Monstre, lass mich treiben. Belastungstest für Kopf und Knie. Eine wahrhaftige Liebesfahrt.

15.49 Uhr Nunningerstrasse, Grellingen. Hinter mir Allschwil, Schönenbuch, Leymen, Flüh, Challpass, Laufen. «Das Ländli isch so fründlig, wenn alles grüent und blüeht.» Bei manchen Ortsschildern stand der Zusatz F oder SO. Gut, das Laufental war 1865, als Herr Senn S’Baselbieterlied dichtete, noch mit fettem BE unterstrichen. Egal, jetzt kommt der Anstieg.


17.18 Uhr Passwangstrasse, Neuhüsli. Die alte Postkutschenstation. «Es wächsle Berg und Täli so liebli mitenand.» Die Lieblichkeit, leichter Schweissfilm über der Haut. Komme von Himmelried, Nunningen über die Hüttenhöchi. Fast hätte mich die Wiese dort rumgekriegt, hinlegen und in den Himmel schauen. Habe widerstanden, allez jetzt, hoch auf den Passwang, runter Mümliswil, rüber Breitenhöchi, Langenbruck, Liedertswil, Oberdorf.

18.53 Uhr Ziefenstrasse, Reigoldswil. Denke ans Jägerweglein und die Gondelbahn, den Passwangrücken mit Kapellen, um die Pest aufzuhalten. Mittelalter, ja, alte Zeiten. In der aufkeimenden Moderne heisst es: «Die Baselbieter Lütli si gar e fliss’ge Schlag, si schaffe und si wärche, soviel e jede mag.» Jeder und jede nach ihren Bedürfnissen, das verlangt zur gleichen Zeit das kommunistische Manifest. Hier gefällt’s mir.

19.49 Uhr Industriestrasse, Pratteln. Im Tal nach vorne geprescht, ab Liestal wieder im Velokurierrevier. Den Dauerauftrag Pratteln, jahrelang gefahren, «Alli sy, wenn’s immer goht, gar lustig uf dr Wält». Quere am Längi-Quartier. Die hier siedeln, haben weite Wurzeln in ferne Welten.

Nach fünf Stunden ermattet in der Wanne. Das Waggisland gestreift, die Schwarzbuben gekreuzt, den Rampassen die Reverenz erwiesen. Und Grenzen überwunden. Wäre es doch überall so einfach. Bin Patriot, stolz auf diesen unseren Planeten.

ride on A#115

Wo bin ich? Machen Sie mit beim obigen Bilderrätsel von Velokurier Armin Biehler und gewinnen Sie ein Exemplar seines Buchs «A#115». 

Schreiben Sie eine E-Mail an mailadmin@biehler-film.org mit dem Lösungswort, Ihrem Namen und der Post-Adresse. Einsendeschluss: Samstag,
20. Juli 2019. Der Gewinner wird persönlich benachrichtigt.

Über den Wettbewerb wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Daten aller Teilnehmer werden vertraulich behandelt.