Messeparking

Die Faust aufs Auge am Messeplatz sorgt für Konfrontation

Jetzt, da die Messe in ihrem neuen Glanz erstrahlt, wirkt das Parkhaus, zumindest vom Messeplatz gesehen, wie die Faust aufs Auge. Die Frage ist, was folgt. Muss ein Neubau mit integriertem Parking her oder soll das jetzige Parkhaus renoviert werden?

Die Messe Schweiz will offensichtlich vorwärts machen: Im Januar, noch bevor der Messebau fertiggestellt war, liess sie die Öffentlichkeit wissen, dass sie ein Vorprojekt an drei renommierte Architekturbüros in Auftrag gegeben hat. Es sind dies wiederum Herzog & de Meuron, die bereits die neue Messe entworfen hatten, Morger und Dettli, Architekten des Messeturms und des geplanten Turms am Riehenring, sowie Buchner Bründler Architekten. Im neuen Projekt sollen neben Hotel und Wohnungen auch 1200 bis 1400 Parkplätze integriert werden.

Schon meldet sich Widerstand

Gerade deshalb stösst der Plan bereits in der Vorprojektphase auf Widerstand. Grossrat Jörg Vitelli (SP) ärgert sich: «Noch vor dem Messebau hatte man uns gesagt, das Parkhaus müsse nicht abgerissen werden, das sei eine Verschwendung, es sei noch zu wenig alt. Und jetzt, wenige Jahre später, muss es plötzlich weg.» Vitelli hatte eine vom Heimatschutz vorgeschlagene Variante bevorzugt, die anstelle des Querriegels eine Längsbebauung mit Integration des Parkhauses vorgesehen hatte.

Die Anzahl der Parkplätze müsse im neuen Projekt stark reduziert werden, meint er. Und auch bezüglich Höhe müsse sich der Bau auf den heutigen Kubus beschränken. Auch Grossrat Michael Wüthrich (GB) findet das Vorgehen der Messe sehr ärgerlich. Eigentlich würde der Messe sicherlich ein Parkhaus zugestanden, aber jetzt sei der Widerstand programmiert.

Bei der Messe Schweiz weiss man sehr wohl, dass der Bau eines Parkhauses in Basel eine schwierige Sache ist. Unter anderem deshalb hatte sie auch das Parkhaus vom heutigen Messeprojekt getrennt. Sonst wäre möglicherweise wegen des Parkhauses das ganze Neubauprojekt gefährdet gewesen. «Ein politisches Risiko», sagt Messesprecher Christian Jecker. Die Messe sei wegen des Wegfalls der Halle 6 auf der Erlenmatt unter Zeitdruck gestanden. Das Bewilligungsverfahren wäre viel komplexer gewesen. Auch finanziell habe man ein noch grösseres Projekt nicht stemmen können.

Ein Neubau sinnvoller - im Prinzip

Heute bestreitet die Messe Schweiz gar nicht mehr gross, dass im Prinzip ein Neubau sinnvoller sei, aber nur dann, wenn er als Kostenträger auch noch ein Hotel und Wohnungen umfassen würde. Die Parkhausrenovation ist so gesehen eine Rückfallposition.

Noch offen ist gemäss Jecker, ob das Parkhaus eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) erfordert oder ob sie damals mit dem Ratschlag des Messeneubaus davon entbunden wurde. Wüthrich erachtet die UVP als zwingend. Im Ratschlag zum Messneubau von 2008 heisst es, dass die Messe im Rahmen des Baubewilligungsverfahrens aufgefordert sei, die Fassaden architektonisch so aufzuwerten, dass eine «gute Gesamtwirkung erzielt werden kann.» Wenn abgebrochen und neu gebaut wird, dürften wohl neue Spielregeln gelten. Interessant: Punkto Parkplätze stünde die Messe besser da, wenn das Parkhaus saniert würde: «Durch die bauliche Trennung der Halle 3 und des Parkhauses fallen die 291 Parkplätze auf dem Dach der Halle 3 weg, die vorwiegend den Ausstellern vorbehalten sind. Die Parkplätze werden gegebenenfalls in Form einer Aufstockung der Parkdecks ersetzt.» Damit könne das Parkplatzangebot unverändert bleiben. Die maximale Parkplatzkapazität von damals 1450 Plätzen dürfe nicht überschritten werden.

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