Ständeratswahlen 2019

Die Favoritin zeigt es allen – mit drei Mal so vielen Stimmen wie ihre grösste Kontrahentin

Eva Herzog (SP) ist klare Siegerin, mit drei Mal mehr Stimmen als Patricia von Falkenstein (LDP).

Es war ein Freudentag für die Basler SP. Dass es so kommen könnte, war bereits bei der Bekanntgabe der ersten Resultate am Mittag klar: SP-Ständeratskandidatin Eva Herzog holte sich drei Mal so vielen Stimmen wie ihre grösste Kontrahentin Patricia von Falkenstein (LDP) und lag bereits im ersten Anlauf deutlich über dem absoluten Mehr. Selbst eine gestandene Politikerin wie Herzog ist ob diesem Mass an Bestätigung überwältigt: Mit Tränen in den Augen fällt sie ihrem Mann in die Arme, es gibt Küsse, Glückwünsche.

Ein «ganz wunderbarer Sonntag» sei es, sagt Herzog kurz nach Bekanntgabe der Resultate, «mit einem so guten Ergebnis habe ich nicht gerechnet.» Dass das Schlussresultat mit 37'230 Stimmen so deutlich ausfalle, sei fantastisch: «Offenbar finden viele, dass ich als Regierungsrätin eine gute Arbeit geleistet habe.»

Nun will Herzog in die Wirtschaftskommission

Eine Überraschung ist Herzogs Wahl nicht: Sie galt seit der Bekanntgabe ihrer Kandidatur als klare Favoritin. Noch ist unklar, in welcher Kommission die SP-Politikerin Einsitz nehmen wird. Die künftige Ständerätin hofft, dass sie in der Wirtschafts- und Abgabekommission (WAK) tätig sein darf: «Da stehen spannende Steuerthemen an. Es wäre lässig, wenn ich dort mitarbeiten könnte.»

Eine deutliche Niederlage erlitt Herzogs Konkurrentin Patricia von Falkenstein, die Herzog herzlich gratulierte. «Ich denke, ein besseres Resultat hatten wahrscheinlich die meisten erwartet», sagt sie. «Es ist schwierig, wenn die Gegenkandidatin bis ins bürgerliche Lager hinein Unterstützung erhält. Sie war für alle immer die Favoritin.» Trotzdem sei der Wahlkampf eine spannende Erfahrung gewesen, so die LDP-Grossrätin. Sie will nicht aufgeben: «Mit den Grossrats- und Regierungsratswahlen nächstes Jahr geht es gleich weiter. Jetzt müssen wir vorwärtsmachen.» Deutlich bedrückter war gestern Nachmittag die abgeschlagene Dritte, Gianna Hablützel-Bürki (SVP). «Es ist ernüchternd, dass wir so viele Wähleranteile verloren haben», so ihr Fazit. «Wir hätten nicht gedacht, dass es so krass sein wird.» Für sie ist das Ergebnis die Folge einer «Klimahysterie»: «Ich glaube, die Klima- und Umweltthemen haben vor allem die Jungen angesprochen.» Und das seien eben nicht die Kernthemen der SVP.

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