Starker Franken
Die Firma Sauter baut in Basel ab und in Freiburg auf

Erst vor kurzem hat die Basler Sauter AG die Löhne gesenkt, nun baut sie einen Zweitstandort in Freiburg im Breisgau auf - und verlagert dafür Stellen von Basel nach Deutschland. Die Firma Endress & Hauser zeigt indes, dass es auch anders geht.

Stefan Schuppli
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Blick auf eine Produktionslinie der Sauter in Basel, die beim Badischen Bahnhof rund 400 Personen beschäftigt – vorläufig noch.

Blick auf eine Produktionslinie der Sauter in Basel, die beim Badischen Bahnhof rund 400 Personen beschäftigt – vorläufig noch.

Juri Junkov

Die Sauter-Gruppe baut in Freiburg (D) ihren Zweitstandort aus, in Basel werden entsprechend Arbeitsplätze abgebaut. Gemäss einer Medienmitteilung von gestern will damit die weltweit in der Gebäudeautomation tätige Firma in Zukunft Währungsrisiken besser abfedern können.

Die Aufhebung des Euro-Mindestkurses habe grosse Auswirkungen auf die finanzielle Situation am Hauptsitz Basel. Von den 400 Millionen Franken Umsatz bei Sauter fallen gemäss der Mitteilung gegen 90 Prozent in Euro an. Die Firma wird aber nicht nur Arbeitsplätze in ihre deutsche Niederlassung verlagern. Es sei auch geplant, gewisse Abteilungen an Drittfirmen auszulagern, sagt Sauter-Chef Werner Karlen zur bz. Dieser Firmenumbau werde rund zwei bis drei Jahre dauern.

Bauland in Freiburg vorhanden

Entstehen soll der Zweitstandort für Produktion, Entwicklung und Verkauf/ Marketing am bereits bestehenden Ableger in Freiburg. Langfristig sollen die beiden Betriebe in Basel und Freiburg ungefähr gleich viele Mitarbeitende beschäftigen. Baulandreserven seien in Freiburg vorhanden, die Investition betrage einen mittleren einstelligen Millionenbetrag, sagt Karlen.

Das bedeutet, dass es am Hauptsitz Basel, wo auch Entwicklung und Produktion angesiedelt sind, zu einem Stellenabbau kommen wird. Wie viele der insgesamt 400 Arbeitsplätze wegfallen, ist jedoch noch offen, betont Konzernchef Karlen. Um das Know-how nicht zu verlieren, will das Unternehmen den betroffenen Mitarbeitern in Basel den Wechsel nach Freiburg anbieten. Karlen geht jedoch davon aus, dass nicht alle Angestellte mit Wohnsitz in der Schweiz das Angebot mit einem deutlich tieferen deutschen Lohn akzeptieren werden. In absehbarer Zeit würde die Schweizer Landesgesellschaft, die Sauter Building Control, von Reinach an den Standort Basel disloziert. Das betrifft 80 Arbeitsplätze.

Die Investition in den Zweitstandort ist nicht die erste Massnahme, mit der Sauter auf die Aufhebung des Euro-Mindestkurses durch die Nationalbank reagiert. Schon im März hatte das Unternehmen die Erhöhung der Wochenarbeitszeit von 40 auf 44 Stunden und eine Lohnsenkung um fünf Prozent angekündigt. Letztere soll einen Monat später als geplant per 1. Mai wirksam werden. Nach Angaben von Karlen schreibt Sauter derzeit am Hauptsitz in Basel rote Zahlen. Konzernweit sei man jedoch gut unterwegs, für das laufende Jahr sei jedoch wegen Einmaleffekten nur eine schwarze Null zu erwarten.

Der Basler Wirtschaftsdirektor Christoph Brutschin (SP) bedauert die Stellenverlagerung, insbesondere auch wegen der Betroffenen, die jetzt in eine schwierige Lage kämen. Auch volkswirtschaftlich sei es ein Verlust. «Sauter ist eine der wenigen grösseren Firmen in Basel, die in der Tech- und nicht in der Life-Sciences-Branche tätig ist», gibt Brutschin zu bedenken.

In Reinach baut E&H aus

Die Technologiefirma Endress & Hauser zeigt indes, dass es auch anders geht: Sie investiert in Reinach, und das nicht zu knapp: 65 Millionen Franken gibt E&H in Reinach am Hauptsitz für ein neues Gebäude aus. Der Bau soll in diesem Jahr vollendet werden. Dort wird auch produziert. Allerdings kann man Sauter und E&H nicht ganz vergleichen. Letztere beschäftigt weltweit 13 000 Personen (Schweiz: 1500), Sauter 2400 (570). E&H hat schon heute eine grosse Produktion in Deutschland.