Innenstadt

Die Firmenzentrale des verstorbenen Betrügers Dieter Behring wird zum Wohnhaus

Die Liegenschaft an der Petersgasse des ehemaligen Financier Dieter Behring wird verkauft.

Die Liegenschaft an der Petersgasse des ehemaligen Financier Dieter Behring wird denkmalpflegerisch saniert.

Die Liegenschaft an der Petersgasse des ehemaligen Financier Dieter Behring wird verkauft.

Das Altstadt-Haus an der Basler Petersgasse 34 findet endlich seine Ruhe. Hier hatte der Basler Millionenbetrüger Dieter Behring den Hauptsitz seiner Firma angesiedelt.

Seit vierzehn Jahren sind an der Petersgasse 34 in der Basler Altstadt die Schlagläden im Erdgeschoss verschlossen. Wie eine verlassene Trutzburg steht die ehemalige Firmenzentrale des verstorbenen Anlagebetrügers Dieter Behring in der Strasse. So uneinnehmbar, dass kein Versuch bekanntgeworden wäre, darin ein Hausbesetzer-Happening zu feiern.

Im Frühjahr konnte der zweiteilige Komplex mit dem historischen Vorderhaus (1587) und einem gesichtslosen, modernistischen Hinterhaus (2003) endlich verkauft werden. Nun liegen die Umbaupläne vor. Für 2,6 Millionen Franken wollen die neuen Privateigentümer für sich und weitere sieben Mietparteien Wohnungen einrichten.

Das Vorderhaus steht vollumfänglich unter Denkmalschutz. Bei der Renovation, die Behring 2003 vorgenommen hatte, sei mit der historischen Bausubstanz sehr schonend umgegangen worden, sagt Thomas Lutz, der Stellvertreter des kantonalen Denkmalpflegers. Er erinnert sich, dass im ersten Stock die ursprüngliche Raumaufteilung wiederhergestellt wurde und dabei eine barocke Stuckaturdecke zum Vorschein gekommen sei. Aufwendig sei diese restauratorisch komplettiert worden.

Sanierung in Absprache mit der Denkmalpflege

Mit der Nutzung der Räume als Büroarbeitsplätze ging der Charme verloren. Gipsdecken wurden eingezogen. Die Architekten Burckhardt + Partner, die den neuerlichen Umbau verantworten, schreiben in ihrem Projektbeschrieb: «Die Innenräume widerspiegeln leider nicht den Charakter der historischen Gebäudehülle.» In Absprache mit der Denkmalpflege sollen deshalb historische Bauteile freigelegt und Materialien eingesetzt werden, «die mit der Zeit eine Patina erhalten».

Was vom technologischen Pomp bleibt, den Behring einbauen liess, ist der Autolift im Innenhof, der zu den sechs Autoeinstellplätzen im Untergeschoss führt. Der «Auto-Hubtisch», so die korrekte Bezeichnung, ist allerdings seit Jahren ausser Betrieb und muss zunächst gewartet werden. Nicht reaktiviert wird das Schwimmbecken, das sich Behring im dritten Unterschoss des Neubaus eingerichtet hatte.

Versicherungswert von 12,8 Millionen Franken

Der langjährige Leerstand ist nicht ohne Folgen geblieben. 2010 drang Wasser ein und verursachte einen Schaden, den die Versicherung mit 336'000 Franken abgegolten hat. Die Bundesanwaltschaft musste zwischen 2006 und 2015 vom beschlagnahmten Geld rund 800'000 Franken freigeben, um das Haus vor dem Verfall zu bewahren.

Der Gebäudeversicherungswert des Ensembles beträgt 12,8 Millionen Franken. Was die Käuferschaft bezahlt und was nach Abzug des Aufwands in die Konkursmasse fliessen wird, ist derzeit nicht bekannt.

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Autor

Christian Mensch

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