Der Basler Swisslos-Fonds ist manchmal sehr grosszügig. Die Firma des Kulturveranstalters Klaus Littmann bekam 2013 für die Skulpturenausstellung im Schützenmattpark 140'000 Franken, für eine Ausstellung zur Schweiz im ersten Weltkrieg liess der Fonds 100'000 Franken springen, die Basler Polizeimusik erhielt für die Teilnahme einer Parade in den USA 30'000 Franken, eine Heidi-Theaterproduktion in Riehen wurde mit 10'000 Franken unterstützt. Die Liste ist lang, die Beträge reichen von 1000 bis 300'000 Franken.

Auch die Basler Künstlerin und Musikerin Anmari Mëtsa Yabi Wili versuchte ihr Glück und bat um einen Zustupf für ihre gut zwölfstündige Veranstaltung am Internationalen Tag der Frau am 8. März. Im vergangenen Jahr hatte sie für dieselbe Veranstaltung Geld erhalten – diesmal teilten ihr die Verantwortlichen im Justiz- und Sicherheitsdepartement (JSD) jedoch mit: «Um den Tag der Frau in allen Facetten und mit unterschiedlichen Themen der Bevölkerung näher zu bringen, haben wir ein anderes Projekt unterstützt.»

Geld ging an Frauentag im Februar

«Ich überlegte, welches Projekt gemeint sein könnte», sagt Anmari Wili. «Und dachte sofort an die ‹Aktion 8. März Basel›.» Für sie sei völlig klar gewesen, dass der Fonds sich für einen anderen Anlass am Internationalen Frauentag entschieden hatte. So jedenfalls verstand sie die Begründung in der Absage. Was sie nicht wissen konnte: Auch die «Aktion 8. März» ging mit ihrer Veranstaltung des kantonalen Gleichstellungsbüros leer aus – und mit ihr alle anderen Gruppen, die den Tag der Frau in irgendeiner Form kulturell gestalten.

Erst eine Anfrage der bz brachte Licht ins Dunkle: «Der Swisslos-Fonds Basel-Stadt unterstützt dieses Jahr den ‹Trägerverein Tag der Frau› für eine entsprechende Veranstaltung an der Muba mit 5000 Franken», sagt JSD-Sprecher Andreas Knuchel. Und weiter: «Mit seinen Unterstützungsbeiträgen will der Fonds eine möglichst breite Palette der Angebote zu einem Thema berücksichtigen.» Wobei das «Thema» in diesem Fall die Frauen an und für sich sind – oder anders gesagt: Mit 52 Prozent der Wohnbevölkerung über die Hälfte der Menschen im Kanton. Der offizielle Tag der Frau hingegen wird vom Lotteriefonds, wie der Swisslos-Fonds im Volksmund genannt wird, dieses Jahr gar nicht berücksichtigt.

Plan B: Spendenaufruf im Internet

Andreas Knuchel bestätigt das: «Es wurde ausschliesslich die erwähnte Unterstützung gesprochen.» Die Muba selber läuft zwar noch, doch der erwähnte Anlass fand bereits am vergangenen Samstag und damit einen Monat vor dem offiziellen Tag der Frau im Kongresszentrum statt.

Anmari Wili weiss, dass sie keinen Anspruch auf einen Zustupf des Swisslos-Fonds hat, im entsprechenden Gesetz steht: «Auf Beiträge aus dem Swisslos-Fonds besteht kein Rechtsanspruch.» Die Künstlerin ärgern sich trotzdem über die Absage: «Unsere Veranstaltung wird von Berufsfrauen auf die Beine gestellt, wir machen das nicht als Hobby.»

Damit die Veranstaltung trotzdem wie geplant über die Bühne gehen kann, versucht Anmari Wili nun, mit Spenden Geld für «La giornata delle donne ideali and guests» in der Offenen Kirche Elisabethen und im Stadtraum zusammenzubekommen (Link zum Spendenaufruf). «Wir brauchen dich, wertes Publikum, werte Leserschaft, liebe Freunde und Bekannte, besonders, um die Honorare der vielen engagierten Mitwirkenden zu sichern», steht im Spendenaufruf im Netz. Und in einem Video sagt sie: «Wir gehören zusammen!».

Spendenaufruf zum Internationalen Tag der Frau