Spalenberg

Die Frechen vom oberen Stockwerk: Das «Rämpläm» macht wieder Basler Vorfasnacht

Nur alle zwei Jahre lädt das «Räm Pläm» zur Vorfasnacht – 2020 zum dritten Mal. Das Programm besticht durch eine wunderbare Verfremdung des gewohnt Vorfasnächtlichen. Und durch das Fauteuil-Urgestein Colette Greder.

Es ist ja immer noch etwas sonderbar, wenn eine Vorfasnachtsveranstaltung nur alle zwei Jahre stattfindet. Gewisse Traditionen verpflichten einfach zur engen Periodizität und im Fasnächtlichen ist es daher die Regel, dass jährlich eine Variation über dasselbe Thema abgehalten wird. Aber weil das «Rämpläm» eben anders ist, muss es sich auch gar nicht an die Regeln halten. Es stellt einfach seine eigenen auf.

So kommt es, dass 2020 das dritte «Rämpläm» im Tabourettli-Saal – also im Obergeschoss des Theaters Fauteuil – über die Bühne geht. Ursprünglich aus der ebenfalls unkonventionellen «Wirrlete» entstanden, etablierten es ausgerechnet die Musiker. Sie wollten einfach nicht aufhören. Anders ist hier Programm: Eine klassische Basler Trommel oder das Piccolo befinden sich zum Beispiel einzig als Deko im Bühnenbild, im Programm dienen sie nur ausnahmsweise als eigentlicher Klangkörper.

Die kreative Lust und die Lust am Vokalen

Das «Rämpläm» bietet im besten Sinne eine andere Sicht auf die Vorfasnacht. Der Kunstgriff namens Verfremdung ist hier Leitmotiv. Das Licht, das die Basler Fasnacht in der dunklen Jahreszeit ausstrahlt, wird im Prisma der kreativen Lust gebrochen.

Entsprechend das Resultat: Da tritt 2020 ein «sizilianischer Schnitzelbank» auf, wie «Rämpläm»-Macher Martin Bammerlin am Mittwoch vor den Medien sagte. Da wird gejazzt, gesungen, eine Loopstation kommt zum Einsatz. Mit dem Basler Vokalkünstler Florens Meury und der Opernsängerin Bettina Gfeller wird Ohrenschmaus serviert. Dazu schneidern die Musiker Florian Volkmann und neuerdings Sebastian Padotzke unter der Regie von Ex-«Wirrlete»-Mitgründer und Kabarettist Roland Sutter das Klangkostüm.

Colette Greder wollte dabei sein – und ist es jetzt auch

Mittendrin steht eine der grossen Damen vom Spalenberg: Colette Greder. Die Schauspielerin und Sängerin, die seit Jahrzehnten auf den Bühnen des Fauteuil-Theaters steht, wird das erste Mal auftreten. «Wow, dachte ich, was ist denn das Freches, Frisches, was da im Tabourettli spielt», habe sie gedacht, als sie zuletzt noch im Pfyfferli-Ensemble war: «Das ist erfrischend, da will ich auch dabei sein!». Jetzt ist Greder nach Urs Bihler ein weiteres Basler Schauspiel-Urgestein, welches das «Rämpläm»-Ensemble ergänzen darf.

Die Andersheit des «Rämpläm», das Spiel mit den Motiven bleibt seine Stärke. Es wird zu einem Fest der Kleinkunst, zu einem intensiven, anderen Blick auf die Fasnacht. «Musikalisch, frech, unterhaltsam», wie Mitgründer und -macher Bammerlin sagt.

Claude Rasser, der zusammen mit seiner Schwester Caroline das Fauteuil führt, zeigte sich ausnehmend erfreut über die Wiederaufnahme: «Das ist keine Konkurrenz zum Pfyfferli, im Gegenteil.» Das «Rämpläm» sei eine ideale Ergänzung. Entsprechend hat das Theater fürs «Rämpläm» eine längere Spielzeit vorgesehen als vor zwei Jahren. Die Premiere findet am Donnerstag, 6. Februar statt. Tickets sind im Vorverkauf und an der Abendkasse erhältlich.

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