Es war bereits der dritte Schwimmunfall in diesem Jahr: Am frühen Sonntagabend ist im Rhein auf der Höhe der Flora-Buvette in Basel ein Mann ertrunken. Wie ein Serviceangestellter der Buvette berichtet, sei die Polizei gleich neben dem Gastronomiebetrieb vorgefahren.

Ein Mann war bei der Buvette in den Rhein gesprungen und unter Wasser geraten, wie die Kantonspolizei mitteilte. Der genaue Unfallhergang ist indes noch unklar. «Über die Umstände und Ursachen des jüngsten Badeunfalls ist bisher noch nicht mehr bekannt», so Polizeisprecher Toprak Yerguz. Die Klärung dieser Fragen sei Gegenstand der aktuellen Untersuchungen.

Auffällig ist derweil die Häufung der Badeunfälle in Basel-Stadt. Erst vor zwei Wochen konnten zwei Personen gerettet werden, die sich am Personensteiger St. Johann an einer Kette festhielten und um Hilfe riefen. Nur einen Tag später ist ein Mann bei der Dreirosenbrücke unter Wasser geraten und nicht mehr gefunden worden.

Berufsfeuerwehr rettet zwei Schwimmer aus dem Rhein

Berufsfeuerwehr rettet zwei Schwimmer aus dem Rhein

Im Rhein auf Grossbasler Seite sind zwei Personen in eine Notlage geraten. Die Berufsfeuerwehr konnte die beiden unverletzt bergen.

Notsituationen werden selten gleich erkannt

Eindeutig sind auch die Zahlen, die das Bundesamt für Umwelt (Bafu) erhebt: Aktuell fliessen im Rhein rund 1400 Kubikmeter Wasser pro Sekunde durch Basel. Das ist gut ein Drittel mehr als noch vor einem Jahr. «Je mehr Wasser fliesst, desto schneller ist der Rhein unterwegs», so Christian Senn, Präsident der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft (SLRG) Sektion Basel.

«Es ist nun mal so: Das Schwimmen im Rhein ist gefährlich.» Vielen Leuten sei dies nicht genügend bewusst: «Die Geschwindigkeit des Flusses wird dann zur Gefahr, wenn sich die Leute selbst überschätzen.» Besonders junge Männer zwischen 15 und 30 Jahren würden dazu neigen, ihre eigenen Kräfte zu überschätzen, fügt SLRG-Sprecher Philipp Binaghi an.

Besonders tragisch: Auch an belebten Orten wie bei der Flora-Buvette werden Notsituationen oft nicht gleich wahrgenommen und erkannt. «Generell ist es furchtbar schwierig zu erkennen, wenn jemand ertrinkt», sagt Binaghi. «Im Film schreien die Betroffenen um Hilfe. In der Realität kämpfen sie mit aller Energie und haben keine Kraft mehr, sich über Wasser zu halten.» Auch der Mitarbeiter der Flora-Buvette sagt, er habe von dem Badeunfall selbst nichts mitbekommen.

Schlechtes Wetter lässt Polizei hoffen

Trotz der tragischen Vorfälle der vergangenen Tage: Die Basler Polizei geht davon aus, dass sich die Situation nun beruhigen könnte. «Aufgrund des kühleren Wetters rechnen wir in den nächsten Tagen mit einer tieferen Wahrscheinlichkeit für weitere Vorfälle», so Yerguz. Die milderen Temperaturen würden möglicherweise mehr Leute vom riskanten Rheinschwumm abhalten. «Dank der Abkühlung werden weniger Menschen den Sprung ins kühle Nass wagen und somit wird auch die Unglückswahrscheinlichkeit geschmälert.»

Entwarnung möchte der Polizeisprecher aber nicht geben: «Es besteht weiterhin eine nicht zu unterschätzende Gefahr, da der Rhein immer noch sehr viel Wasser mit sich führt.»

Wer trotz des erhöhten Risikos nicht auf die Abkühlung im Rhein verzichten möchte, sollte entsprechende Vorsichtsmassnahmen beachten. Grundsätzlich gelte es beim Schwumm im Rhein, unbedingt die Bade- und Flussregeln zu beachten, wie Binaghi betont. Das heisst: Nicht überhitzt, alkoholisiert oder unter Einfluss anderer Drogen baden, Kinder stets beaufsichtigen und nur in Begleitung schwimmen gehen. Ausserdem ist es wichtig, sich nicht auf Schwimmhilfen zu verlassen, zumal die Benützung derselben im Basler Rhein ohnehin untersagt ist.

Auch der Sprung in trübes Wasser ist gefährlich und zu unterlassen. Zudem sollten laut SLRG gerade in freien Gewässern wie Flüssen nur «gute und geübte Schwimmer» baden gehen.