Mittlerweile gehört die «Merlin» schon fast zum Basler Stadtbild: Mehr als zwei Monate liegt das Schiff nun kieloben vor dem Hafen im Quartier Kleinhüningen. Irgendjemand hat sogar schon die Heiratsbotschaft «Just Married» auf den Rumpf geschrieben. Abdriften kann das Schiff nicht, dafür sorgen Keile. Aber den Anfang August gekenterten Kieslader wieder aufzurichten und abzutransportieren, erwies sich als schwieriger als ursprünglich gedacht. Immer wieder musste die Bergung verschoben werden. Noch am letzten Freitag wurde angekündigt, dass es gestern so weit sein sollte. Gestern wurde zwar am Schiff gearbeitet, aber für die Aufrichtung hat es nicht gereicht. Nun soll es definitiv heute passieren: Ab acht Uhr früh wird das Schiff gehoben und gedreht.

Die ganze Operation ist reichlich kompliziert. Ein auf einer schwimmenden Plattform stehender Raupenkran soll das Schiff wenden. Gestern wurde ein zusätzlicher Arbeitsponton installiert, welcher für mehr Zugkraft sorgen soll. Unter Wasser befestigen Taucher Drähte und verbinden so das Schiff mit dem Kran. Die Aufrichtungsarbeiten dauern voraussichtlich den ganzen Tag. Notfalls werden sie in der Nacht auf Mittwoch fortgesetzt, wie Simon Oberbeck, Kommunikationschef der Schweizerischen Rheinhäfen in einer Mitteilung schreibt.

Schuld ist das schlechte Wetter

Dass es so lange gedauert hat, bis das Schiff gedreht werden kann, ist unter anderem dem schlechten Wetter in den Sommermonaten geschuldet. Der hohe Rheinpegel verhinderte eine schnelle Bergung. Zwischendurch stoppte ein Rechtsstreit weitere Arbeiten am 52 Meter langen Schiff: Der Betreiber eines privaten Jachthafens beklagte einen Schaden an seiner Spundwand und verlangte vor der Bergung ein Gutachten.

Nun ist aber alles parat für den definitiven Abtransport der Merlin. Wer noch mal einen Blick auf das havarierte Schiff werfen will, kann dies heute noch tun. Wie in den letzten Tagen dürften die Bergungsarbeiten zahlreiche Schaulustige und Medienschaffende anziehen.