Neue Kraft
Die gemeinnützigen Organisationen arbeiten an ihrem Selbstvertrauen

Sie nehmen dem Staat Arbeit ab und kämpfen deshalb für bessere Rahmenbedingungen: die gemeinnützigen Organisationen in Basel. Rund vierzig NPO haben sind im Lobbyverband GI Basel zusammengeschlossen. So wollen sie ihre öffentliche Präsenz verbessern.

Moritz Kaufmann
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Plakat der Aidshilfe beider Basel (Archiv)

Plakat der Aidshilfe beider Basel (Archiv)

Nicole Nars-Zimmer

«Brust raus, Kopf hoch.» Diesen Tipp geben Psychologen gerne ihren Patienten zur Stärkung des Selbstvertrauens. Im übertragenen Sinn wenden ihn nun die Basler gemeinnützigen Organisationen an - auch Non-Profit-Organisationen (NPO) genannt.

Dass diese keinen Gewinn erzielen, heisst nicht, dass sie auf Anerkennung in der Basler Gesellschaft und Politik verzichten wollen. Deshalb arbeiten sie an ihrer öffentlichen Präsenz. Rund vierzig NPO haben sind im Lobbyverband GI Basel (Gemeinnützige Institutionen Basel) zusammengeschlossen. Der Verband hat sich professionalisiert, um mehr Kraft zu entwickeln.

Vorbild: Gewerbeverband

«Wir wollen der Gewerbeverband für die Gemeinnützigkeit werden», sagte Dani Stolz heute denn auch voller Selbstbewusstsein an der eigens einberufenen Pressekonferenz. Denn: «Die Interessen der gemeinnützigen Organisationen werden viel zu wenig wahrgenommen.» Der Nationalrat, Grossrat und Basler FDP-Präsident muss es wissen. Hauptberuflich ist Stolz nämlich Geschäftsführer einer gemeinnützigen Organisation Aidshilfe beider Basel.

Der politisch bestens vernetzte Stolz stiess auch noch ein weiteres Projekt an: die Gründung der «Parlamentarischen NPO-Gruppe GI-Basel». Hinter dem etwas sperrigen Namen stehen handfeste politische Interessen der NPOs, die möglichst gute Rahmenbedingungen fordern.

«Staat darf NPOs nicht überfordern»

Dani Stolz erklärt: «Die Zusammenarbeit mit den Departementen ist sehr unterschiedlich.» Der Staat müsse aufpassen, dass er mit seinen Forderungen die gemeinnützigen Organisationen nicht überfordere.

Zusammen mit den Grossrätinnen Mirjam Ballmer (Grüne), Salome Hofer (SP) und Patricia von Falkenstein (LDP) hat er deshalb rund 20 Grossräte hinter sich geschart, die sich für die Interessen der gemeinnützigen Organisationen einsetzen wollen.

Auch Baselland im Visier

Mit der parlamentarischen Gruppe sowie der GI Basel sollen die NPO nun Schritt für Schritt in Politik und Wirtschaft etabliert werden. Einige prominente Unterstützer haben die gemeinnützigen Organisationen in der Privatwirtschaft auch schon gefunden: Die Basler Kantonalbank, die Migros Basel, die Versicherung Nationale Suisse sowie die Kleidermarke Tally Weijl engagieren sich finanziell bei der GI Basel.

Und auch der Kanton Baselland ist im Visier der Lobbyorganisation. Vorerst versucht man, mehr Mitglieder zu finden. Im Hintergrund werden aber auch schon Poltiker bearbeitet, wie GI Basel-Geschäftsführer Claude Etique sagt.

An Selbstvertrauen - das wurde klar - mangelt es den NPO in der Region jedenfalls nicht.