Die sieben Mieter unter der Kuppel der Basler Markthalle müssen raus. «Drei Verträge laufen Ende März aus, mit vier anderen Mietern suchen wir nach anderen Standorten», sagt Philipp Schoch von der Wincasa und bestätigt damit einen Bericht der «Tageswoche».

Auslaufen werden die Verträge von Nooga, Movida und des Barbetriebes. Für die vier festen Mieter Zoolose, Superdry, Movida und Too Good For A Name würden Lösungen in den Randbauten der Markthalle oder allenfalls an anderen Standorten in der Stadt gesucht.
«Die Markthalle wird nicht geschlossen», fügt Schoch sehr dezidiert an, die angekündigten Veränderungen beträfen nur die Kuppelhalle. «Digitec, Bächli, die Apotheke und alle anderen Nutzungen bleiben», sagt Schoch. Er wehrt sich gegen die Aussage, das Konzept sei gescheitert: «Es funktioniert sehr gut Wohnen, Verkauf und Dienstleistungen unter einem Dach zu betreiben. Nur sind noch nicht alle Flächen optimal genutzt.»

Informationen gibts später

Dennoch kommt es mit dem Auszug der Einzelhändler aus der Kuppelhalle nur ein Jahr nach der Eröffnung im März 2012 zu einer markanten Veränderung des Betriebskonzepts. Wie es weitergehen wird, darüber schweigen sich die Wincasa und die Inhaberin Real Estate, eine Anlagestiftung der Credit Suisse (CS), derzeit aus. Noch sei es zu früh für inhaltliche Aussagen, informiert werde im März, sagt Schoch. «Es ist nicht ausgeschlossen, dass auch im neuen Konzept der Einzelhandel ein Thema ist.»

Events top, Verkauf eher flop

Bereits in den ersten Monaten zeigte sich, dass die Kuppelhalle als Eventhalle funktioniert, nicht aber als Einkaufszentrum. Die Laufkundschaft blieb aus. Bereits nach einem halben Betriebsjahr kam es zu einem Wechsel im Hallenmanagement: Die CS liess den Vertrag mit der Zürcher Firma PSM Center Management auslaufen und übertrug das Mandat der Wincasa. Nicht der schlechte Geschäftsgang sei der Grund für den Wechsel, hiess es damals seitens der CS.

Unbeantwortet lässt Hallenmanager Schoch auch die Frage, ob künftig noch mehr auf Events gesetzt wird. Grund zur Annahme gibt ein Gesuch, das die CS beim Bau- und Verkehrsdepartement für den Einbau einer Verdunkelungs- und Projektionsanlage, sowie für die Verbesserung der Akustik eingereicht hatte. «Das Gesuch ist bewilligt, aber umgesetzt ist davon noch nichts», sagt Schoch. Ob die Einbauten je vorgenommen werden, sei ebenfalls ein Thema der laufenden Standortbestimmung, erklärt Schoch.