Meistens nützt ein Spatenstich wenig: Wichtige Leute setzten sich einen Helm auf den Kopf - oft schräg - und heben ein bisschen Erde aus. Lächeln, Fotos. Das wars. Nicht so auf dem Waisenhausareal. Da wurde heute beim Spatenstich bereits kräftig geschuftet. Fast eine halbe Stunde lang bearbeiteten die Kinder der Kindertagesstätte «Kids And Co» den Boden mit ihren farbigen Plastikschäufelchen: Ein kindgerechter Spatenstich zum Auftakt der umfassenden Neugestaltung des Areals.

«Der Flickenteppich soll ein neues Gesicht erhalten», erklärt der Landschaftsarchitekt Beat Breitenfeld. Auf dem Gelände des bürgerlichen Waisenhauses, welches täglich von zirka 230 Kindern und Jugendlichen genutzt wird, weht ein frischer Wind. Am Montag wird ein erster Teil des Areals abgesperrt, die Bauarbeiten können beginnen. «Auf diesem historischen Areal etwas zu gestalten, das Kinder verschiedenster Altersstufen anspricht, war eine Herausforderung», sagt Breitenfeld.

Spielbereich und ruhige Zone

Damit die eingemieteten Institution wie die Kita «Kids and Co», aber auch die Jugendlichen des bürgerlichen Waisenhauses an der Neugestaltung Gefallen finden werden, ist rund um das Herzstück mit Schaukeln, Rasen- und Hartplatz ein Spielgürtel geplant.

Wichtig sei zudem, dass durch die Neugestaltung das Areal in einen ruhigeren Bereich mit privaten Zonen und einen Spielbereich aufgeteilt werde. Letzterer soll grösstenteils bis Ende dieses Jahres fertiggestellt sein. «Im Moment haben wir den Eindruck, dass sich der Zeitplan sogar ein bisschen nach vorne verschiebt», wagt Uli Hammler, Leiter des Bürgerlichen Waisenhauses, eine Prognose.

Freudentag trotz fehlendem Geld

2,6 Millionen Franken wird die Neugestaltung kosten. 350'000 Franken Spendengelder fehlen noch. Ein Grund zur Sorge? Gabriella Matefi, Bürgerrätin und Präsidentin des Leistungsausschuss Bürgerliches Waisenhaus ist vorsichtig: «Es ist zwar nur noch ein kleiner Teil, der fehlt. Da aber die letzten Meter bekanntlich die schwierigsten sind, wissen wir noch nicht, wie rasch wir das nötige Geld beisammen haben werden», erklärt Matefi.

Dennoch war heute ein Freudentag. Bevor der Baulärm und die Unannehmlichkeiten kommen, prosten sich die Betroffenen nach dem Spatenstich beim Apéro zu. Auch die Kinder sind dem Projekt noch gutgesinnt: Zwei Knaben haben soeben die Chips auf dem Apéro-Tisch entdeckt und geniessen ihr ungesundes Znüni.