Seit einem Jahr wird gebaut, und die ersten fünf Geschosse sind fertig. Die Grundsteinlegung für den Grosspeter-Tower, neben den Bahngeleisen vor dem Bahnhof SBB, aber fand erst gestern statt. Zu tun hat das mit dem fortschrittlichen Energiekonzept des neuen Hochhauses am Basler Stadteingang Ost. «Es ist nicht nur ein Hochhaus, sondern auch ein Tiefhaus – tiefer als der Roche-Turm hoch wird», begeisterte sich Thomas Kraft, beim Investor PSP Swiss Property für das Portfolio Basel zuständig.

Das war zwar gut gesagt, aber natürlich übertrieben, denn eigentliche Untergeschosse hat der Grosspeter-Tower nur vier. In ihnen werden Haustechnik und 153 Parkplätze untergebracht. Ganz in die Tiefe von 250 Metern reichen die Erdsonden, die im Winter mithilfe von Wärmepumpen die Hotelzimmer und Büroräume heizen, die in dem Gebäude entstehen. Wegen der Bohrungen hatte die Grundsteinlegung erst jetzt stattfinden können. «Die Heizkosten werden so halbiert», versprach Kraft. Im Sommer sorgen die gleichen Sonden, diesmal ohne Pumpen, wie er betonte, für die Kühlung.

400 000 Kilowattstunden Strom

6000 Quadratmeter der Fassade bestehen aus Solarzellen, die mit einer Produktion von 400 000 Kilowattstunden im Jahr den Grundbedarf an Strom des Gebäudes decken. «Es ist das erste Hochhaus der Schweiz mit einer integrierten Photovoltaikanlage. Dabei entsteht ein ästhetischer Mehrwert. Es sieht aus wie ein feiner Nadelstreifenanzug», erläuterte Kraft.

Samuel Schultze, Vorsitzender der Geschäftsleitung der für den Bau verantwortlichen Architekten Burckhardt + Partner, betonte, dass das Verhältnis von Photovoltaik und Glas an der Fassade 50 zu 50 sei. «Es gibt raumhohe Fensterelemente. Das ist eine gestalterische Herausforderung. Der Bauherr betritt Neuland.» Eher kleiner seien die Fenster des Hotels.

Hochhaus ragt über den Sockel

Laut Pierre Dietziker, der für das Baumanagement verantwortlich zeichnet, gebe es in Europa bisher noch kein Gebäude, bei dem sich wie beim Grosspeter-Tower die Photovoltaik der Architektur anpasse. Originell ist auch, dass derzeit noch Baumstämme als Hilfskonstruktion den Bau stützen. Nötig ist dies, da das Hochhaus sieben bis acht Meter tief über den Sockel hinausragt – auf der Visualisierung andeutungsweise am linken, unteren Rand des Gebäudes zu erkennen. Sobald das Hochhaus weiter in die Höhe gewachsen ist, ist diese Hilfskonstruktion nicht mehr nötig.

Im März 2016 soll der Sockelbau fertig sein, Mitte Juli 2016 findet die Aufrichte statt, und Ende 2016 ist der Fassadenbau abgeschlossen und das Gebäude geschlossen. Im März 2017 kann das Ibis Hotel mit seinen 186 Dreistern-Zimmern einziehen. Der Grundausbau wird dann in Etappen Mitte 2017 weiter gehen. Im Endausbau wird der Grosspeter-Tower mit 22 Stockwerken 78 Meter hoch. Von den 17 000 Quadratmetern Nutzfläche belegt das Hotel im Sockel 5500 Quadratmeter – es bleiben also 11 500 Quadratmeter für Gewerbe- und Büroflächen.

Während das Hotel bereits vermietet ist, sind die restlichen Quadratmeter noch zu haben. «Wir sind mit Vertretern von Verwaltung, Logistik, Chemie und Bildung im Gespräch und stossen auf grosses Interesse», sagte Kraft in seiner Ansprache. Gegenüber der bz räumte er allerdings ein, dass die Marktlage derzeit schwierig sei. Doch er betonte: «Es ist ein gutes Produkt. Ich bin optimistisch.»

Grundstein aus Chromstahl

Der Grundstein bestand aus einem hohlen Chromstahlbehälter mit Plandokumenten, Organigramm der beteiligten Firmen, Tageszeitungen und auch mit einem Stück Kohle. Er wurde schliesslich einbetoniert.

Die Kohle verstand Investorenvertreter Thomas Kraft als Symbol für das Energiekonzept des Gebäudes. Insgesamt habe PSP in den letzten fünf Jahren in seinem Portfolio 2000 Tonnen Kohlendioxid-Emissionen eingespart, der Grosspeter-Tower bringe 80 Tonnen.