Freude und Erleichterung sind gross, ein legales Leben rückt nach jahrelangem Verstecken ein Stück näher. Die Härtefallkommission des Kantons Basel-Stadt hat am Montagnachmittag die Gesuche von vier Sans-Papiers beraten, die alle schon mehr als zehn Jahre in Basel leben und arbeiten.

Anders als das kantonale Migrationsamt, das die Gesuche im Juli ablehnte, hat die Härtefallkommission sie gutgeheissen. Regierungsrat Baschi Dürr, der Vorsteher des Justiz- und Sicherheitsdepartements, folgt der Empfehlung der Kommission, und leitet alle Gesuche ans Staatssekretariat für Migration (SEM) weiter. "Damit wird bekräftigt, dass die Härtefallpraxis in Basel-Stadt auch für Einzelpersonen gelten muss und eine sorgfältige Prüfung der Gesamtumstande entscheidend ist", heisst es in einer Medienmitteilung der Anlaufstelle für Sans-Papiers, welche die Gesuche eingereicht hat.

Bei der Anlaufstelle war man von Anfang an überzeugt, dass es sich bei diesen Sans-Papiers zweifellos um Härtefälle handelt: "Nach den Ablehnungen durch das Migrationsamt sind wir nun sehr erfreut, dass auch die Härtefallkommission dies so sieht", schreiben sie in ihrer Mitteilung.

Definitiver Entscheid fällt in Bern

Das SEM hat das letzte Wort, entscheidet also, ob die Sans-Papiers wirklich eine Aufenthaltsbewilligung erhalten. Bisherige Fälle haben gezeigt, dass das SEM in praktisch allen Fällen nicht von der Empfehlung der kantonalen Behörden abweicht. Im vergangenen Jahr hat es 304 der 306 von den Kantonen weitergeleiteten Gesuchen gutgeheissen.