Die Nacht vom 31. Juli auf den 1. August ist nie die leiseste. Böller knallen, Raketen heulen, das Feuerwerk sorgt für ohrenbetäubenden Lärm. Dennoch gingen bei der Basler Polizei rund zwanzig Anrufe wegen eines ganz anderen Lärms ein: einem dauernden Wummern von Bässen, das praktisch im gesamten Grossbasel trotz Feuerwerk und Feierlärm gut zu hören war. Und das bis zwei Uhr morgens.

Die städtischen Polizisten verwiesen an die Kollegen auf der Landschaft, denn der Lärm stammte vom Technofestival Tension, das im Joggeli-Gartenbad stattfand. «Wir bekamen ein bis zwei Dutzend Anrufe», bestätigt auch Adrian Gaugler, Sprecher der Baselbieter Polizei.

Wie viele davon aus dem Gebiet des Stadtkantons stammten, lässt sich nicht eruieren. «Wir haben die Anrufer an die Gemeinde Münchenstein weitergeschickt», sagt Gaugler weiter. Denn nach dem neuen Baselbieter Polizeigesetz ist die Gemeinde für Ruhe und Ordnung zuständig, die Kantonspolizei für die Sicherheit.

«Mich hat um 2.10 Uhr am Morgen der Anruf eines sehr erbosten Herrns geweckt», sagt Münchensteins Gemeindepräsident Giorgio Lüthi. Er habe etwa eine Viertelstunde mit dem Mann telefoniert, der sich über den Lärm beklagt hatte. «Aber wann, wenn nicht in dieser Nacht, soll denn so eine Veranstaltung stattfinden», fragt Lüthi. Der Veranstalter habe lediglich 18 Anrufe wegen Lärms erhalten. Und der Kanton sehe die Nacht vom 31. Juli auf den Nationalfeiertag auch ausdrücklich für laute, grosse Veranstaltungen vor. Rund um das Joggeli wohnten ja auch nicht so viele Leute. Die Anlieger habe man informiert, ebenso die Behörden ringsum.

Diese hatten auch genügend zu tun. Roger Boerlin, für die Sicherheit zuständiger Gemeinderat in Muttenz, berichtet von «Unmengen von Reklamationen.» «Die Anwohner fühlten sich sehr gestört», sagt Boerlin weiter. «Aber die Gemeinde kann nicht viel machen, denn das Gartenbad liegt nun einmal auf Münchensteiner Boden.»

Und der Münchensteiner Gemeindepräsident Lüthi findet, man solle nicht überreagieren. Das Tension habe nun bereits zum vierten Mal stattgefunden. Und die Betreiber hätten sich an alle Auflagen gehalten, die ihnen die Gemeinde gemacht habe; das seien immerhin zwölf Stück gewesen. Auch die Polizei Basel-Landschaft stellt fest: Die Abmachungen wurden eingehalten.