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Die Highlights des Basler Jugendkulturfestival im Überblick

Ab 18 Uhr ist Basel wieder fest in den Händen des Jugendkulturfestivals. 180 Formationen beteiligen sich auf elf verschiedenen Bühnen. Alle zwei Jahre bildet das Festival die Jugendkultur ab – die bz empfiehlt ausgewählte Bands und Orte.

Jasmin Grasser
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Was finden Sie wo? Ein Überblick über das JKF.

Was finden Sie wo? Ein Überblick über das JKF.

Die Stimmung auf dem Barfüsserplatz ist aufgeladen, die Band setzt zum nächsten Song an, das vorwiegend junge Publikum schreit exstatisch, fällt sich in die Arme, feiert die Musiker und sich selbst. Das Jugendkulturfestival (JKF) ist alle zwei Jahre ein besonderer Event. Heute startet die achte Ausgabe des Festivals.

Unerreichte Grösse

Keine Basler Veranstaltung kann es mit der Grösse oder der Bedeutung des Jugendkulturfestivals aufnehmen. Innerhalb eines Wochenendes bietet das Festival einen Querschnitt durch die breite kreative Szene von Basel.

Insgesamt 1700 Teilnehmer in 180 Formationen beteiligen sich auf elf Bühnen an dem Event. Während der 48 Stunden des JKF werden 60 000 Besucher erwartet. Auf dem Gelände stehen 51 WCs und über 40 Gaststände. Mit dabei sind politische Parteien wie die Juso, aber auch die Muttenzerkurve wird vertreten sein und über ihre Tätigkeiten informieren. Essensstände, die neben Hamburgern auch amerikanische Corndogs verkaufen und Bars sind ebenfalls an jeder Ecke zu finden.

Erstmals wird es dieses Jahr einen eigens für das JKF kreierten Drink geben. Wenn für das leibliche Wohl gesorgt ist, fällt es leichter, sich auf die kulturellen Darbietungen zu konzentrieren.

Das grösste Zugpferd des JKF ist klar die Musik. An keinem Festival ist die Chance grösser, seine lokalen Lieblinge live zu sehen. Ob gross und laut auf dem Barfi, lauschig im Klosterhof oder romantisch auf der Pfalz – jede Bühne bietet musikalische Trouvaillen und Musiker, die man entdecken kann.

Auch die anderen Bereiche des JKF sind gewachsen. Im Foyer des Theater Basel treten sich die Tänzer beinahe gegenseitig auf die Füsse und auf der Kleinen Bühne werden sieben, teilweise experimentelle Theaterstücke gezeigt. Durch die verstärkte Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus haben auch Wort und Schrift mehr Platz.

1. Musik für die Massen

Der Barfüsserplatz ist an beiden Abenden der Treffpunkt für alle Anhänger von populären Genres. Am Freitag um Mitternacht stehen Zeno auf der Bühne. Die drei Wallbacher benannten die Band nach dem gemeinsamen Namen der Grossväter und garantieren Popmusik mit grossen Gefühlen. Zuvor sorgen unter anderem Carvel, Evelinn Trouble, The Drops und End für Stimmung. Am Samstag wird Black Tiger ab 23.20 zusammen mit 147 Mitwirkenden sein Projekt «1 City 1 Song» live aufführen. 86 Minuten dauert das Lied. Im Vorfeld treten Hip-Hop Acts wie Amici del Rap, Räpetoire, Pyro und Otto Normal auf.

2. Ein letztes Mal

Auf dem Theaterplatz regiert die Vielfalt. Hip-Hop, Reggae und Elektrotüftler wechseln sich am Freitag ab. Für einen Unterbruch sorgen We Invented Paris um 22.00 Uhr mit ihrer ruhigeren Musik, geprägt von Chanson und den Texten von Sänger und Kopf des Künstler-Kollektives Flavian Graber. Am Samstag hingegen gibt es die Möglichkeit, einige der bekanntesten alternativen Rockbands in Basel hintereinander zu sehen. Um 23.00 Uhr werden die diesjährigen Pop-Preis Gewinner Slag In Cullet voraussichtlich ein letztes Mal ihre Instrumente gemeinsam in die Hand nehmen: Sie geben ihr Abschiedskonzert.

3. 41 Gruppen, zwei Tage, sieben Stücke, ein Theater

Das Programm im Foyer des Theaters Basel ist dicht gedrängt: viele Formationen, vorwiegend aus dem Bereich Tanz, stellen ihr Können unter Beweis. Am Freitag ist das Programm exotisch: Flamenco Sangre Joven (18.00 Uhr), Shakinah's Bauchtänzerinnen (20.54 Uhr) und die Impronauten (23.30 Uhr), die Theatersport machen, sind nur drei der 16 Formationen, die auftreten.
Der Samstag steht dann ganz im Zeichen des Hip-Hops. 25 Gruppen zeigen, wer die besten Schritte kann und die neusten Tanzmoden aus Übersee am besten meistert. Dabei sind die Crazy Clowns (21.22 Uhr) und Jazzmatics( 23.05 Uhr). Den Schlusspunkt setzt die Formation Special Elements. Die sechs Tänzer wurden bei der TV-Show «Die grössten Schweizer Talente» Vierte. Auf der kleinen Bühne sind sieben Theaterstücke zu sehen - gratis.

4. Die jungen Wilden

An beiden Tagen wird die lauschige Klosterhofbühne von jungen Musikern in Beschlag genommen. Am Freitag spielen zwei Bands hintereinander, die in den letzten zwei Jahren auf sich aufmerksam gemacht haben. Um 23.00 Uhr spielen The Oh No's, nach einer Stunde übernehmen The Ringding bings das Zepter. Am Samstag beginnt das Feuerwerk der musikalischen Leichtigkeit bereits am Nachmittag: Who Killed Peter Merian eröffnen um 15.20. Besuchern, denen das nach der Freitagnacht zu früh ist, seien Daylight Robbery um 18.20 Uhr wärmstens empfohlen. Panda Lux beenden den Abend um 00.20. Uhr.

5. Die Exotischen

Der Pyramidenplatz ist ganz in der Hand jener Bands, die gerne genreübergreifend musizieren. Am Freitag kann man eine Reise in den Osten unternehmen, denn die Einschläge aus der Gypsy-Musik sind hörbar. Um 23.00 Uhr sorgen Freylax' Orkestar mit ihrem Brass-und Balkansound für ein buntes Fest. Am Samstag wird es mit den Sweet N'Tender Hooligans um 17.00 elektronisch und poppig. Volta-Volta bringen Indie-Rock auf die Bühne. Spannend ist die Interpretation der Kapoolas (23.00 Uhr) von Popmusik: Mit abstrakten Elementen reichern sie ihre eher simplen Songs an - und klingen dabei innovativ.

6. Der Sport ist zurück

Das JKF streckt in diesem Jahr seine Fühler wieder zum Münsterplatz aus. Das Boxeo verlässt seinen Platz in der Kanonengasse und bietet neben dem Boxen auch anderen Kampfsportarten die Matte. Der angekündigte Kampf mit Arnold «The Cobra» Gjergjaj kann nicht stattfinden, Michael Sprout wird für ihn übernehmen. Gjergjaj wird auf dem Platz sein. Zudem wird für die Skater eine Miniramp bereitstehen und ein Contest stattfinden. Die Worlds Parkour Family bietet kleinere Workshops an und präsentiert sich beim Training. Zudem kann man in der Recycling- Lounge Schrottplatz Dinge umgestalten.

7. Ruhig und bezaubernd

Auf der vielleicht schönsten Aussichtsplattform in Basel steht erstmals eine Bühne. Fans von Singer und Songwriter und a cappella sollten auf die Pfalz pilgern: Am Freitag singen die Basler Urgesteine The Glue kurz nach Mitternacht. Es lohnt sich aber, sich bereits früher auf den Weg zu machen, um eines der seltenen Konzerte von Young Hungry zu sehen. Am Samstag sind dann Musiker an der Reihe, deren Stimmen fast bei jedem Gänsehaut auslösen. Nives Onori ist am Nachmittag um 17.00 die erste Künstlerin. Als letzte werden David Howald And The Tidal Tenements um 00.20 Uhr auftreten.

8. Literatur erleben

Das Literaturhaus lädt am JKF dazu ein, Wörter und Texte auf neue Art kennenzulernen. So kann man am Literaturautomaten, ein umgebauter, ausrangierter Zigarettenautomat, für 5 Franken Kurzgeschichten erstehen. Die Schauspielproduktion «Heldinnen» wird zu sehen sein. Am Freitag um 22.00 wird der erste JKF- Slam stattfinden, ein Slam-Poetry Wettbewerb. Am Samstagnachmittag kann man dem Aussenpolitischen Ideenbattle «Foraus» beiwohnen oder sich ab 22.00 Uhr selbst ins Scheinwerferlicht stellen. Die offene Bühne des Jungen Theaters Basel gibt allen die Möglichkeit, sich zu beteiligen.

9. Lokale Filmschaffende präsentieren ihre Werke

Am selben Wochenende wie das JKF findet auch das Gässli Film Festival statt. Das Festival will Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die sich für Film interessieren, Inspiration bieten und bei Fragen eine Anlaufstelle sein. Gilles Tschudi wird als Festivalgast präsent sein und am Freitag um
22.45 Uhr vor Ort Fragen beantworten. Zuvor wird der Film «Mein Name ist Bach» gezeigt, in dem Tschudi mitspielt. Am Samstag finden mehrere Workshops für Filminteressierte statt: Um 10.00 Uhr dreht sich alles um das Thema Ton, um 12.00 steht die Kamera im Zentrum. Am Nachmittag startet um 12.30 Uhr der Workshop Schauspiel, eine halbe Stunde später dreht sich alles um das Make-up. Am Abend ab 20.00 Uhr dann die Wettbewerbe an. Kurzfilme in unterschiedlichen Alterskategorien und Musikvideos werden prämiert.

10. Wo die Mitarbeiter feiern

Die offizielle JKF-Afterparty findet an beiden Abenden in der Elisabethenkirche statt. Wer nach all den Konzerten und künstlerischen Inspirationen noch mehr Musik braucht und mit Gleichgesinnten feiern möchte, befindet sich am richtigen Ort. An der Party feierten bei den letzten Ausgaben auch die Mitarbeiter und Organisatoren des Festivals. Am Freitag sorgen die DJ's von Les Garçons mit Elektro und Techno für Stimmung. Am Samstag stehen Mario und Fabio Ferrini, Suddenly Neighbours und Mickey Morris hinter den Plattenteller. Der Eintritt für die Afterparty kostet an beiden Abenden
15 Franken.

Das vollständige Programm im Netz: www.jkf.ch