Basel
Die Hinterhöfe in der Stadt sollen sich in schmucke Gärten verwandeln

Die Aktion «Grüner Hinterhof» will in Basel geteerte Hinterhöfe in grüne Stadtoasen verwandeln. Dazu werden nun bis zu 15 Hinterhöfe gesucht mit Aufwertungspotenzial.

Cornelia Thürlemann
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Dieser Hinterhof an der Eichenstrasse hat noch Entwicklungspotenzial. Kenneth Nars

Dieser Hinterhof an der Eichenstrasse hat noch Entwicklungspotenzial. Kenneth Nars

Kenneth Nars

«Die Menschen mögen Grünräume. Sobald es sonnig ist, sitzen sie gerne in Gartenbeizen oder in einem kleinen Garten hinter dem Haus», berichtet Katja Hugenschmidt, Präsidentin des Vereins Ökostadt Basel. Bei ihren Stadtspaziergängen stösst die engagierte Stadt-Entwicklerin auf sehr viele schöne, naturnah gestaltete Hinterhöfe, aber auch auf andere, deren Böden mit Teer oder Steinplatten versiegelt sind und die mit wüsten, öden Flächen kaum zum Verweilen einladen. «Diese Hinterhöfe bergen viel Aufwertungspotenzial», erzählt Hugenschmidt. «Sie könnten in Oasen für Bewohner und Natur verwandelt werden.» Und fügt hinzu: «Auch nur die Hälfte oder Randstücke zu begrünen, bringt etwas.»

Mitmachen

Gesucht werden 10 bis 15 Basler Hinterhöfe mit Aufwertungspotenzial. Private Hausbesitzer, Genossenschaften und Immobilienfirmen sind aufgerufen, sich beim Verein Ökostadt zu melden. Dieser berät bei der Umgestaltung von Hinterhöfen und vermittelt Fachleute des Gärtnermeisterverbands. Das Projekt wird von den IWB, der Christoph-Merian-Stiftung, der Stiftung der Kantonalbanken und dem Amt für Umwelt und Energie AUE unterstützt.
Dank dieses Engagements wird an jede verwirklichte Hinterhof-Begrünung ein Kostenbeitrag von mindestens 1000 Franken geleistet. 2016 und 2017 werden die drei besten Projekte des Jahres zusätzlich mit 3000 Franken prämiert.

Anmeldung mit Foto des noch versiegelten Hinterhofs, Name, Adresse und Telefon an: Verein Ökostadt Basel, Rigistr. 98, 4054 Basel oder per E-Mail an katja.hugenschmidt@yplay.ch. Weitere Informationen auf www.oekostadtbasel.ch/.

Mehr Lebensqualität

Dies käme nicht nur der Ökologie zu Gute, sondern auch dem Wohlbefinden der Menschen. «Bepflanzte Hinterhöfe steigern die Lebensqualität in der Stadt», ist Hugenschmidt überzeugt. «Wenn hinter dem Haus ein kleiner Garten zum Verweilen einlädt, haben die Bewohner in ihrer Freizeit weniger das Bedürfnis, Erholung ausserhalb der Stadt zu suchen.» Damit werde die Umwelt entlastet. Aber nicht nur das. «Solche Orte fördern Begegnungen der Hausbewohner und können tolle Spielorte für Kinder sein.»

Mit dem neu lancierten Projekt «Grüne Hinterhöfe: Machen Sie mehr aus Ihrem Hinterhof» lädt der Verein Ökostadt Basel ein, dieses brachliegende Potenzial besser zu nutzen. Das werde angesichts der Wohnbaupolitik dringender: «Wenn die Stadt weiter verdichtet wird, werden diese kleinen Grünflächen immer wichtiger», sagt Hugenschmidt. «Geteerte Flächen erhitzen sich im Sommer stark und geben diese Wärme an die Umgebung ab. Bepflanzte Böden hingegen bleiben kühler, nehmen Regenwasser auf, geben es ans Grundwasser ab oder verdunsten es wieder und verbessern so das Klima spürbar.»

Grüne Hinterhöfe bieten dazu einen vielfältigen Lebensraum für Pflanzen, Insekten und Vögel.

Ökostadt berät und vermittelt

Der Verein Ökostadt berät Hausbesitzer bei der Planung der Begrünung ihres Hinterhofes. Er zeigt gelungene Beispiele und hilft bei der Suche nach umsetzbaren Lösungen. «Auch wenn nur die Hälfte der Fläche begrünt werden kann, macht dies Sinn «, betont Hugenschmidt. Wichtig sei es, dass geeignete Pflanzenarten ausgewählt werden.

Hugenschmidt plädiert für einheimische Pflanzen, die Insekten und Vögeln Unterschlupf und Nahrung bieten. Öko-stadt Basel vermittelt auf Wunsch Fachleute des Verbands Gärtnermeister beider Basel, die versiegelte Böden aufbrechen, neue Erde bringen und bepflanzen.

Bewohner einbeziehen

Ideal sei es, wenn die Bewohner einer Liegenschaft in die Planung, aber auch Umsetzung eines Projektes einbezogen werden und dann vielleicht auch einen Teil der Pflege übernehmen. «Das ist nicht nur Arbeit, sondern eine persönliche Bereicherung.

Wer einen Garten pflegt, sieht, wie im Frühjahr das erste Grün spriesst und erlebt die Jahreszeiten hautnah mit.»

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