Basel
Die Internationale Bauausstellung IBA verliert ihren Geschäftsführer

Geschäftsführer Martin Jann verlässt das Stadtentwicklungsprojekt – sein Job erhält auf 2014 ein neues Profil. Seine Aufbauarbeit für die Internationale Bauausstellung sei getan, begründet er seinen Abgang.

Hans-Martin Jermann
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Martin Jann geht Ende Jahr.jho

Martin Jann geht Ende Jahr.jho

Ab kommendem Freitag werden die 43 ausgewählten Projekte der Internationalen Bauausstellung (IBA) Basel 2020 der Öffentlichkeit vorgestellt. Es ist der vorläufige Höhepunkt der IBA, die sich als zehn Jahre dauerndes Projekt zur räumlichen Entwicklung der trinationalen Agglomeration Basel versteht (siehe Box). Die Präsentation der Projekte markiert zugleich den letzten grossen Auftritt von IBA-Geschäftsführer Martin Jann: Der 48-jährige gebürtige Urner wird seine Tätigkeit für die IBA nach dreieinhalb Jahren per Ende 2013 aufgeben.

Eine Ausstellung, die keine ist

Die Internationale Bauausstellung (IBA) Basel 2020 ist keine Ausstellung im herkömmlichen Sinn mit eingezäuntem Gelände und Kassenhäuschen. Die IBA Basel 2020 versteht sich als zehnjähriges Projekt zur baulich-räumlichen Entwicklung der trinationalen Agglomeration. Der französische Name «Imaginer et Bâtir l’Avenir» trifft den Sinn und Zweck besser. In Deutschland wird das IBA-Label seit Jahrzehnten als besonderes Instrument der Stadtentwicklung genutzt. Zur 2010 gestarteten Basler IBA sind 130 Projektvorschläge eingegangen. 43 davon sind als umsetzungswürdig eingestuft worden und werden ab kommendem Freitag öffentlich ausgestellt, darunter die Umnutzung alter Kiesgruben oder die Einrichtung einer fahrplanmässigen Schifffahrt auf dem Rhein. Unter dem IBA-Label firmieren zudem Projekte, die bereits vor dem IBA-Start lanciert wurden, wie die Verlängerung der Tramlinie 3 nach Saint-Louis. (HAJ)

Leitungsjob verliert an Prestige

Die Trennung erfolgt in gegenseitigem Einvernehmen, wie beide Seiten betonen. «Mein Job bei der IBA ist getan», erklärt Jann. Ende Jahr läuft die vierjährige Projektphase der IBA ab, die massgeblich von Janns Aufbauarbeit geprägt war. Sein Arbeitsvertrag war von Anfang an bis Ende 2013 befristet – mit einer Option auf Verlängerung. Diese Option hat Jann nun nicht wahrgenommen. Einer der Gründe: Der Leitungsjob bei der IBA verliert in der kommenden Phase 2014 bis 2016, in der die 43 Projekte weiterentwickelt und teilweise umgesetzt werden, an Prestige und ist auch finanziell tiefer dotiert.

Dies kommt auch im Stellenprofil zum Ausdruck: Jann trug offiziell den Titel «Geschäftsführer», im kürzlich publizierten Stelleninserat sucht das federführende Basler Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) nun aber einen «Koordinator». In der vierjährigen Projektphase standen zur Begleitung der Projekte rund 3 Millionen Euro zur Verfügung. Ein ähnlich hoher Betrag soll zwischen 2014 und 2016 eingesetzt werden; allerdings steht der Budgetbeschluss der 16 IBA-Träger.

Dem Vernehmen nach soll die IBA-Leitung etwas enger an die Verwaltung angebunden werden. Jann, der vor seiner Tätigkeit bei der IBA als Geschäftsführer des Instituts für Städtebau an der ETH Zürich tätig war, lässt durchblicken, dass ihn diese neue Konstellation nicht gereizt hat: «Der Job wird künftig sicher administrativer», sagt er. Daneben macht Jann persönliche Gründe geltend: Nun, mit 48, mache eine berufliche Neuorientierung mehr Sinn als mit 55, wenn die IBA zu Ende sei. Jann steht mit einem möglichen neuen Arbeitgeber in Verhandlungen, doch spruchreif sei noch nichts, sagt er.

Derweil sind beim BVD auf das kürzlich publizierte Stelleninserat bereits rund 50 Bewerbungen eingegangen. «Darunter mehrere hochkarätige», wie BVD-Personalchef Peter Erismann betont. Trotz leichter Anpassung sei das Stellenprofil anspruchsvoll; es beinhalte sowohl Führungs- als auch Repräsentationsaufgaben. «Junge Leute, die frisch von der Uni kommen, werden kaum Chancen auf den Job haben», sagt Erismann.