An der Utengasse im Kleinbasel verhüllen Plastikplanen und ein Gerüst eine Grossbaustelle. Hier entsteht der Jazzcampus, den Mäzenin Beatrice Oeri über ihre Stiftung Habitat für die Jazzschule Basel baut. Laut Terminplan müssten sich die Bauarbeiten hinter der Abdeckung in der Schlussphase befinden – die Stiftung Habitat nennt auf ihrer Website den 25. Oktober 2013 als Datum für die Vollendung des Neubaus der Architekten Buol & Zünd.

Doch die Jazzschule, die den neuen Campus noch dieses Jahr beziehen wollte, hat sich ganz offensichtlich auf Verzögerungen eingestellt. Der Mietvertrag in den jetzigen Räumlichkeiten an der Reinacherstrasse beim Dreispitz, ursprünglich gekündigt per Ende 2013, wurde bis Ende März 2014 verlängert. Das bestätigt Bernhard Ley, Leiter der Jazzschule, auf Anfrage der «Schweiz am Sonntag».

Eröffnungstermin noch unbekannt

Ein nächster, mit Rücksicht auf den Schulbetrieb möglicher Termin für einen Umzug sei Anfang März vor der Fasnacht, sagt Bernhard Ley. Jo Dunkel, der bei der Stiftung Habitat als Projektleiter für den Jazzcampus zuständig ist, möchte keine konkreten Daten zur Fertigstellung nennen. «Zurzeit sind wir in der Phase der Überarbeitung des Terminplanes und der Nachkontrolle. In etwa drei Wochen werden wir mehr darüber wissen und danach einen verbindlichen Fertigstellungstermin angeben können», sagt Dunkel. Auch den genauen Eröffnungstermin will er im Moment offen lassen.

Ganz anders Urs Blindenbacher, Leiter des Jazzfestivals Basel. Er geht davon aus, dass am 25. April 2014 in den neuen Räumen an der Utengasse der Jazzcampus im Rahmen seines Festivals eröffnet wird, im Beisein einer illustren Gästeschar. «Start ist um 17 Uhr, der Ablauf der Feier ist schon besprochen», sagt Blindenbacher. Nach Reden und dem symbolischen Durchschneiden eines Bandes sollen die Clubkonzerte des Festivals im neuen, öffentlichen Jazzclub auf dem Campus stattfinden.

Weltweit einmaliges Bauwerk

Tatsächlich müssen Verzögerungen bei der Fertigstellung nicht unbedingt zu einer Verschiebung der Eröffnung führen, da zwischen Umzug und Einweihung mehrere Monate Reserve eingeplant wurden. Die Beteiligten geben sich denn auch gelassen. Bernhard Ley sagt, natürlich würde er das neue Gebäude gern so bald wie möglich in Betrieb nehmen. Doch wichtiger sei, dass die Qualität des Neubaus den hohen Ansprüchen aller Beteiligten genüge, da es sich um ein «weltweit einmaliges Bauwerk» handle. Gemäss Jo Dunkel ist der akustische Innenausbau des Gebäudes äusserst komplex, weshalb man in der Schlussphase den Arbeiten genug Zeit einräumen wolle. Und auch Urs Blindenbacher lässt sich nicht verunsichern: «Ist ja klar, dass bei so einem Riesenprojekt alles etwas länger dauert als vorgesehen», sagt er. Dass am 25. April 2014 im Jazzcampus die ersten Bands an der Utengasse zum Jazzfestival aufspielen werden, davon ist er trotzdem felsenfest überzeugt.