Sind Sie zwischen 40 und 60? Dann haben Sie Glück: Sie machen in Basel die Politik. Oder zumindest ihre Generation. Die Auswertung der bz zeigt, dass die Menschen in diesem Alter im Basler Parlament über die Hälfte aller Sitze besetzen. Dies, obwohl diese Altersgruppe zusammengerechnet nicht mal ein Drittel der Bevölkerung ausmacht.

Der Blick auf die Zahlen verrät einiges über die Zusammensetzung der Politik. So sieht auf der Grafik die Generation ab 50 ziemlich gerecht abgebildet aus. Doch der Eindruck täuscht. Während es relativ viele Grossräte zwischen 60 und 70 gibt (22), so wird auch die Gruppe der über 70-Jährigen in der Basler Politik schlecht abgebildet. Älter als 70 sind im Grossen Rat vier Politiker. Hier lässt sich die Brücke schlagen zu den Jungen. Diese sind auf den ersten Blick geradezu dramatisch unterrepräsentiert. Ganze 5 Prozent stellt die U-30-Fraktion im Grossen Rat. In der Bevölkerung ist die Altersgruppe etwa gleich gross wie die 40 bis 60-Jährigen. Berücksichtigen muss man allerdings, dass man erst mit 18 Jahren gewählt werden kann.

Junge Politik ist für Frauen

Die jüngste Grossrätin Basels ist SPlerin Sarah Wyss mit Jahrgang 1986. Interessant: Die drei jüngsten Mitglieder des Grossen Rats sind Frauen. Der jüngste Mann ist SVPler Alexander Gröflin. Die jungen Parlamentarier argumentieren immer wieder, dass Politik keine Frage des Alters ist. Dass sich Ältere in Jüngere hineinversetzen können und umgekehrt. Gleichzeitig gibt es Stimmen, die davor warnen, die Millenials in der Politik zu vergessen. Millenials werden jene Menschen genannt, die ab dem Jahr 2000 erwachsen wurden. Ihnen wird gerne Politikverdrossenheit vorgeworfen, was sich statistisch sogar nachweisen lässt. Nach der Abstimmung zur Masseneinwanderungsinitiative im Februar ging ein Raunen durchs Land: Während die ältere Generation fleissig abstimmte, interessierte sich die jüngere Hälfte der Gesellschaft nur wenig dafür. Dabei gibt es Themen, bei denen die junge Generation die eigentlichen Experten sind. Alles rund ums Internet zum Beispiel.

Basels Parlament ist im Durchschnitt 51 Jahre alt. Im Schnitt ist das ein Jahr mehr als der Nationalrat. Dieser beweist auch: Politik wird nicht immer älter. Sie bleibt eigentlich immer gleich alt. Das Durchschnittsalter im Nationalrat seit dem Jahr 1971 liegt nämlich genau bei 51 Jahren. Gewiss, ein Parlament kann niemals eine Gesellschaft eins zu eins abbilden. So sind etwa auch Frauen deutlich unterrepräsentiert. Doch das sollte uns nicht daran hindern, es zumindest immer wieder zu versuchen, eine ungefähre Gleichheit in der Politik herzustellen.