Uff, endlich können sie aufatmen. Über ein Jahr lang haben die drei Basler gepickelt und geschuftet, 60 Stunden die Woche freigeschaufelt, um ihren Traum wahr werden zu lassen: ein Proberaumzentrum für Bands und Musiker.

Der Traum hat einen Namen: Jukebox. David Christen (37), Jeroen van Vulpen (25) und Richard Wipf (24) haben das Vereinsprojekt ins Leben gerufen. Die Jukebox steht für ein Haus mit drei Proberäumen, einer Bühne, Bar und Sofaecke. Ein Haus, indem nicht nur die Musik spielt, sondern auch das Zwischenmusikalische. Denn das hat ihnen bei ihren bisherigen Proberaum-Erfahrungen gefehlt: der Austausch.

«Zuviel, was das Musikerdasein ausmacht, hat sich ins Internet verlagert», bedauert Jeroen van Vulpen. «In der heutigen Musikszene hat man das Gefühl, jeder pröble für sich. Aber man vermisst die Gesichter, die Menschen hinter der Musik. Dabei sind das doch schöne Begegnungen. Die wollen wir wieder herstellen.»

Die Idee ist lange gereift: Vor zehn Jahren entwarf David Christen, in seiner Freizeit Bassist, erstmals die Vision eines Proberaumzentrums. Nachdem eine Privatperson ein grosszügiges Darlehen sprach, gründete er den Verein, wurde bei der Christoph Merian-Stiftung vorstellig. Diese sagte Unterstützung zu, 30 000 Franken waren es 2016, als Christen endlich ein Objekt gefunden hatte. Nicht in der Peripherie wie andere Proberaumhäuser (Walzwerk-Areal Münchenstein, Dreispitz Basel), sondern deutlich zentraler, beim Bahnhof St. Johann.

Das Bier war schon früher hier

Hier, in einem Hinterhof, hat sich der Verein Jukebox für fünf Jahre eingemietet. Zuletzt diente das freistehende Haus als Autogarage. Unter den beiden Etagen liegt ein grosser Keller mit Potenzial und einer aufregenden Geschichte. Hier wurden vor Jahrzehnten Warteck-Bierfässer gelagert, später mal eine Hanfplantage angelegt, nicht zur Freude des Hausbesitzers. Dieser hatte ein offenes Ohr für die Idee eines selbstverwalteten Musikerhauses. Zumal der Verein anbot, den Altbau in Eigenregie umzubauen.

Das hat nicht nur Schweiss gekostet, sondern auch eine Stange Geld. Rund 100 000 Franken hat das Trio investiert, in Material, Architektur, Akustik. Die eigene Arbeit hätte sicherlich nochmal soviel betragen. «Freunde von uns halfen mit, wir wollten möglichst viel selber machen, ansonsten hätten wir es nicht finanzieren können», sagt David Christen.

Das Vereinsziel ist, dass die Jukebox selbsttragend wird. 20 Bands bräuchten sie dafür, ein Fünftel haben sie schon vor der offiziellen Eröffnung heute beisammen.

Im Unterschied zu anderen Proberaumanbietern mietet man hier als Band nicht einfach einen Raum, sondern wird Mitglied. «Wir möchten mit dem Besitzanspruch der Gesellschaft brechen und Co-Working-Spaces anbieten», erklärt van Vulpen das Konzept. Musiker haben in der Jukebox keinen eigenen Raum, sondern ein Nutzungsrecht: Basis-Equipment steht zur Verfügung, eigene Instrumente kann man in einem anmietbaren Spind verstauen. Das kleinste Paket enthält acht Stunden Proberaum und Leihequipment und kostet pro Monat 190 Franken. «Wenn eine Band Aufnahmen machen möchte, können wir das für sie erledigen, wir haben die Räume entsprechend ausgerüstet», sagt Christen. «Und wenn jemand einen Fotografen oder einen Techniker braucht, dann helfen wir gerne weiter», ergänzt van Vulpen.

Zusatzleistungen sollen nicht nur die Vereinskasse füllen, sie sind Teil der Netzwerk-Idee. Wer hier proben will, so ihre Hoffnung, wünscht sich auch den Austausch mit anderen. «Solchen Treffpunktcharakter haben wir immer vermisst bei Proberäumen.»

Die Initianten spielen auch mit dem Gedanken, den alten Keller für Konzerte zu nutzen. Doch das ist Zukunftsmusik. Die Gegenwart lautet: Bauabnahme erfolgt, jetzt kann gefeiert werden.

Eröffnung: Samstag, 17. Juni, ab 18 Uhr. Konzerte von Black Pool sowie Anna, Anja & Alexandra. Hüningerstrasse 2, 4056 Basel.