Basler Herbstmesse
Die Kälte schadet dem Geschäft an der Herbstmesse, freut aber die Polizei

Die Standbetreiber am Petersplatz sind unzufrieden mit der 542. Herbstmesse. Sie haben unter dem Wetter gelitten. Der Polizei hat der Regen derweil in die Karten gespielt: Das garstige Wetter habe mitgeholfen, die erhitzten Gemüter abzukühlen.

Dean Fuss
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Die Highlights von zwei Wochen Herbstmesse
26 Bilder
Beim Monster auf dem Kasernenareal wird man durch die Luft gewirbelt
Die Kaserne bei Nacht
Mit dem Star Flyer (im Hintergrund) dreht man hoch über dem Kasernenareal schnelle Runden, auf der Crazy Mouse wird man ordentlich durchgeschüttelt
Das nasse Wetter machte den Messe-Besuchern einen Strich durch die Rechnung
Auf dem Kasernenareal knallts
Die Tagada ist wieder in Basel und gleich Anziehungspunkt für Jugendliche
Kreischen so laut es geht
Angeln und Sammeln am Fischlifischstand
Der Häfelimärt während der Herbstmesse auf dem Petersplatz ist dieses Jahr wieder grösser und attraktiver
Die Rose schiesst sich Frau heute selbst
Wer ist der stärkste
Die grosse Kinderrutsche
Der Polyp auf dem Messeplatz mit dem Messeturm im Hintergrund
Auf dem Münsterplatz ist der Snow dream ein Klassiker
Auf dem Kasernenareal gibt es viele Essstände
Der Power Tower beim Messeplatz
Auf dem Münsterplatz dominiert das Riesenrad
Es gibt immer Stände, an denen etwas mit nach Hause genommen werden kann
Ein Lebkuchenherz vom s'Mässpäggli am Barfi
Der Beach Jumper auf dem Barfüsserplatz macht Spass
Aufbau des Power Tower im Rundhof der Messe Basel
Die Swing up auf der Rosentalanlage ist ein Klassiker
Auf dem Münsterplatz dreht das Kettenkarussell seine Runden
Das Kettenkarussell auf dem Münsterplatz
Fun auf dem Barfi für die Kleinen, hinten der Spring Tower

Die Highlights von zwei Wochen Herbstmesse

Regen, Kälte und Schnee. Diese drei Attribute werden in den Chroniken der Basler Herbstmesse zur Ausgabe 2012 zu finden sein. Zum Auftakt vor gut zwei Wochen war der Winter mit Kälte und Schnee ohne Vorwarnung über Basel hereingebrochen. Zum Abschluss der 542. Basler Herbstmesse schüttete es gestern und vorgestern nochmals wie aus Kübeln.

2012 war kein Spitzenjahr

Die 542. Basler Herbstmesse wurde am Samstag traditionsgemäss ausgeläutet. Die Stadt ist, «unter Berücksichtigung der schwierigen Wetterverhältnisse, mit der diesjährigen Basler Herbstmesse weitgehend zufrieden», wie das Präsidialdepartement mitteilt. Von einem Spitzenjahr könne nicht gesprochen werden. Trotzdem rechnen die Organisatoren mit rund einer Million Besucherinnen und Besuchern aus dem In- und Ausland. Auf dem Petersplatz dauert die Herbstmesse noch bis morgen, überall sonst ist sie vorbei.

Das geht an den Standbetreiber nicht ohne Wirkung vorbei: «So schlecht war das Wetter noch nie, das schlägt sich auf unsere Verkäufe nieder», sagt Samuel Lehmann vom «Hääfelimäärt»-Stand der Töpferei Beer. Maya Surber sieht es nicht ganz so eng: «Natürlich läuft es an Regentagen schlechter. Wir holen dann aber an den regenfreien Tagen auf.» Wie viele andere Standbetreiber am «Hääfelimäärt» baut sie auf ihre Stammkundschaft, die ihren Stand so oder so aufsuchen.

Für Vreni Jost vom Stand Bizarro’s Gwürzhüsli spielt auch die aktuelle Wirtschaftslage eine Rolle: «Vor allem die Herbstmesse-Besucher aus dem dem Elsass und Deutschland sind dieses Jahr merklich sparsamer.»

«Gegessen wird immer»

Auch bei den Essensständen sei das Geschäft dieses Jahr «durchwachsen», sagt Pia Meier vom Stand Lüthi Begg. Im Gegensatz zu Bahn- und Waren-standbetreibern hätten sie aber einen Vorteil: «Gegessen wird immer, schlechtes Wetter hin oder her.» Allerdings verändert sich das Verhalten der Besucher, wie Beatrice Sattler vom Stand Mexican Food im Petersgraben feststellt. «Bei Regen suchen sich die Besucher gezielt aus, wohin sie wollen. Sie sind weniger spontan unterwegs.»

Dennoch lassen sich die Händler, Grilleure, Kunsthandwerker und Verkäufer am Petersplatz und im angrenzenden «Hääfelimäärt» die Stimmung grösstenteils nicht verderben. «Dumm gelaufen», sagt Susanne Graf vom Stand der Töpferei Weggis. In den vergangenen Jahren habe man mit dem Wetter jeweils Glück gehabt, da müsse man halt auch einmal mit «Wetterpech» rechnen. Unglücklich sei vor allem das Startwochenende gewesen. «Wegen Kälte und Schnee fehlte am ersten Wochenende irgendwie der Startkick. So kam die Herbstmesse im laufenden Jahr gar nie so richtig in Schwung.»

Corina Alder vom Stand Robiol Fusspflege ist trotz Wetterkapriolen guten Mutes: «Basel ist immer noch ein gutes Pflaster.» Es gebe auch einfach sehr viele grundsätzlich unzufriedene Standbetreiber. Diese würden bei jeder Möglichkeit jammern.

Wetter ist nicht für alle ein Problem

Gar kein Problem mit dem feuchten Wetter hat «Em Alex sy Fondue- und Raclette-Stübli», das seine Gäste in einem geschlossenen und gedeckten Innenraum verpflegt. «Bei uns läuft es super», sagt Walo Zimmermann, einer der beiden Betreiber. Vielleicht drücke das Wetter teilweise etwas auf die Kunden-Stimmung, aber ansonsten mache es für ihn keinen Unterschied. «Wir sind sogar eher etwas überbucht und deshalb auch mehr als zufrieden.»

Mit seiner Bilanz gehört Zimmermann klar zur Minderheit. Denn bei den meisten Standbetreibern drückt das regnerische Wetter zwar nicht unbedingt die Stimmung, aber den Umsatz.

Regen half gegen Aggressionen

Aus Sicht der Polizei hatte das durchzogene Wetter gar eine positive Wirkung. Die hohe Präsenz der Polizeiangehörigen, der Jugendanwaltschaft und der Präventionsspezialisten habe vorbeugend gewirkt, schreibt die Polizei Basel-Stadt in einer Mitteilung. «Das oft garstige Wetter tat ein Übriges, so dass die Aggressionen nur selten ein toleriertes Mass überschritten.» Während der gesamten Messedauer musste die Polizei lediglich zwei befristete Platzverweise gegen Jugendliche aussprechen. 2011 waren es 7, 2010 sogar deren 20.

Neben den Platzverweisen führte die Polizei bei 299 Besuchern Personenkontrollen durch, rund 200 davon auf dem Kasernenareal. «Daraus resultierten 4 Festnahmen wegen illegalen Aufenthaltes, Diebstahls oder weil die betreffenden Personen polizeilich gesucht worden waren», heisst es in der Mitteilung der Polizei. Gemeldet wurden zudem 16 allgemeine Diebstähle und zwei Taschendiebstähle, was sich im Rahmen der letzten Jahre bewegt wie auch mit 23 die Zahl der Kinder, die vorübergehend von der Polizei betreut werden mussten, bevor sie von Eltern oder Bezugspersonen wieder abgeholt wurden.