Im offiziellen Absageschreiben an Scope, das der bz vorliegt, räumt das Tiefbauamt zwar ein, dass die Begleitmesse der Art «eine interessante Bereicherung» darstelle.

Breite Öffentlichkeit hat Vorrang

Scope habe sich zudem aktiv um ein gutes Verhältnis zu den anderen Nutzern auf dem Areal bemüht, anerkennt die Regierung. Die lange und grossflächige Belegungsdauer durch Scope schränke andere Nutzungen aber stark ein. «Da der öffentliche Raum primär einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung stehen soll, kann der Verbleib der, einem privaten Kundenkreis vorbehaltenen, Kunstmesse Scope auf dem Kasernenareal nicht weiter gerechtfertigt werden», lässt die Regierung mitteilen.

Scope-Sprecher Patrick Tschan ist enttäuscht: «Das ist ein harter Schlag ins Gesicht des Kunstplatzes Basel. Während der weltweit wichtigsten Kunstwoche geht ein attraktiver Platz verloren.» Die gesamte Messe werde auseinandergerissen, nachdem sich das internationale Publikum nach drei Durchführungen an die neue Situation gewöhnt habe.



Tschan sieht seine Scope als «Bauernopfer»: «Ich habe den Eindruck, dass die Regierung den Sack schlägt, weil sie sich nicht traut, den Esel zu hauen.» Mit dem Esel meint er das Basel Tattoo. Die ebenfalls kommerzielle Veranstaltung verstärkt den Nutzungsdruck auf das Areal. «Die Emissionen unserer Veranstaltung sind aber viel moderater: Wir machen keinen Lärm», betont Tschan.

Im letzten Jahr hätten sich auch die Anwohner nicht gestört: Es seien keine Reklamationen mehr eingegangen. Die Weiterführung der von 8000 Leuten besuchten Kunstmesse stuft Tschan als gefährdet ein.

Dreispitz als beste Alternative

Als geeigneten Ersatzstandort erachtet er den Dreispitz. Da die Regierung die Scope schon vor einem Jahr darauf hingewiesen hat, dass eine Fortsetzung auf dem Kasernenplatz fraglich ist, hat Tschan 2011 bei der Christoph-Merian-Stiftung angefragt. Damals gab diese für den Dreispitz eine Absage. Nun sucht die Scope das Gespräch erneut. «Der Dreispitz wäre die beste Alternative», meint Tschan. Hier könnte ein neuer Schwerpunkt entstehen: Während der Art findet hier die Begleitmesse Volta statt.

Als weiteren möglichen Standort nennt Tschan den St. Johannspark. Hier stelle sich aber die Frage, ob das 4500 Quadratmeter grosse Zelt auf der leicht unebenen Wiese überhaupt aufgestellt werden kann.

Einen Interessenten hat die Scope in der Hinterhand: Der Burghof Lörrach zeigte sich laut Tschan bei informellen Gesprächen interessiert, der Kunstmesse Gastrecht zu gewähren. Auch dieses Angebot werde nun geprüft. Die Absage der Regierung könnte dazu führen, dass Basel die Scope verliert. Damit es nicht so weit kommt, bietet das Standortmarketing des Präsidialdepartements an, die Scope bei der Suche nach einem anderen Standort zu unterstützen.