Umbruch

Die Kunstmesse Volta möchte in Basel bleiben

Die Volta hofft, langfristig im Lysbüchel bleiben zu können. (Archiv)

Was bedeutet der Wegfall der Kunstmesse Scope in Basel für die Volta, jene Satellitenmesse der Art, die ebenfalls von Amerikanern initiiert worden ist?

Mit der Scope zieht sich eine der Satellitenmessen rund um die Art Basel zurück. Man wolle sich vorrangig auf Projekte in Paris und Hongkong konzentrieren, teilte Sprecher Patrick Tschan mit. Der Kunstmarkt befinde sich im Umbruch, Basel erweise sich für die Scope als schwieriges Pflaster.

Erschwerend für die Scope war jeweils, dass sie wie eine Nomadin immer wieder umziehen musste. Im Kleinbasler Clarahuus erhoffte man sich zwar endlich Kontinuität. Doch die jährlichen Mietkosten erwiesen sich als allzu grosse Belastung. Und die Hoffnung, während der messefreien Monate, also jeweils von Juli bis Mai, zahlungskräftige Untermieter zu finden, erfüllte sich nicht. Daher löste die Scope den Mietvertrag vorzeitig auf.

Die Scope Basel fällt also 2019 aus. Da stellt sich die Frage: Kann die Volta Basel, die noch vor der Scope gegründet worden war, von dieser Situation profitieren?

«Die Tatsache, dass weniger Ablenkung herrscht, kann den anderen Messen sicherlich zugutekommen», sagt Volta-Sprecher Brian Fee. Jede Messe habe ihre Eigenart. Dass die Stammkundschaft der Scope nicht abgeholt werde in diesem Jahr, könne eine Möglichkeit sein, sich in dieser Nische zu vermarkten.

Brian Fee sieht im Wegfall der Konkurrentin Scope überhaupt keinen Nachteil. Auch, weil die Volta nach Höherem strebe, wie er sagt, sich an den Besten orientiere: «Unser Ehrgeiz ist es nach wie vor, uns mit der Liste und der Art Basel zu messen», sagt Fee.

Allerdings, fährt er fort, signalisiere der Verlust einer Messe auch, dass sich der Markt verändere, dass er problematischer geworden sei. «Der Mangel an bezahlbaren und zugleich zentralen Veranstaltungsorten ist für viele von uns zu einem riesigen Problem geworden», sagt Brian Fee. Hinzu komme der Kampf vieler Galerien, diese endlose Tour der Kunstbiennalen und -messen weiterhin mitzumachen, obschon eine Abnutzung bei der Kundenbasis feststellbar sei. Damit bestätigt er, was man seit einigen Jahren feststellen kann: dass der Konkurrenz- und Überlebenskampf gerade bei kleineren und mittelgrossen Galerien grösser geworden ist.

Trotzdem hält die Volta am Standort Basel fest. Die Messe feiert heuer ihre 15. Ausgabe. Nach ihren Anfängen in der Voltahalle und Umzügen, unter anderem in die Markthalle, kehrte sie 2018 in die Nähe des Voltaplatzes zurück, wo sie sich in einer ehemaligen Coop-Verteilzentrale auf dem Lysbüchel einquartieren konnte. «Unser Vertrag läuft nach dieser Ausgabe aus», sagt Brian Fee.

Eine Basler Firma verhandle derzeit mit dem Kanton über die Möglichkeit einer künftigen Nutzung als Eventhalle. Das würde bauliche Massnahmen erfordern, die 2020 abgeschlossen wären. Die Volta hofft, dann einen Langzeit-Untermietvertrag an der Elsässerstrasse 215 abschliessen zu können – und zuvor, vom 10. bis 15. Juni, die Galeristen bei Laune zu halten.

   

Impressionen Volta 14

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1