Kulturwoche

Die Kurden hoffen bei ihrer Messe in Basel auf viele Schweizer Besucher

Die kurdische Tanzgruppe «Koma Zarok» bei der letztjährigen Frühjahrswoche.

Die kurdische Tanzgruppe «Koma Zarok» bei der letztjährigen Frühjahrswoche.

Gestern begann in Basel die dritte kurdische Frühjahrswoche «Kulturwiege» im Rahmen des kurdischen Neujahrsfestes Newroz. Das abwechslungsreiche Fest findet bis zum 25. März statt.

Konzerte, Filmvorführungen, Podiumsgespräche und Ausstellungen: Das Unterstützungskomitee der diesjährigen kurdischen Frühjahrswoche hat ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm zusammengestellt. Die Festlichkeiten, die dem am 21. März stattfindenden Neujahrsfest Newroz gewidmet sind, dauern fünf Tage und bieten eine Plattform für kulturellen Austausch.

Ein Fest in Frieden

Die Frühjahrswochen der vergangenen zwei Jahre waren laut Mustafa Atici, SP-Grossrat und Mitglied des Unterstützungskomitees, sehr erfolgreich. Er freut sich, auch dieses Jahr wieder eine ganze Woche zur Verfügung zu haben: «Es ist sehr schön, im Ausland politische Anerkennung zu spüren, gerade wenn in der Heimat politische Instabilität herrscht. Die Möglichkeit, ein Fest in Frieden und mit Begeisterung zu erleben, gewinnt da an Bedeutung.» Aufgrund dieser Situation als unterdrückte Minderheit sei die Kulturwoche für die in Basel wohnhaften Kurden sehr wichtig.

Verbindung zweier Kulturen

Besonders beeindruckt ist Atici, der selbst kurdischen Ursprungs ist, vom Engagement der jungen Generation: Viele Jugendliche würden sich am Projekt beteiligen. «Teilweise sind diese jungen Leute schon ihr ganzes Leben lang in der Schweiz.» Er bewundere das Interesse der jungen Personen, die kurdische Kultur mit der hiesigen zu verbinden. «Die Mitarbeit an der Frühjahrswoche zeugt ein Stück weit von einer neuen Identität und von mehr Selbstvertrauen. Niemand solle sich aufgrund seines Migrationshintergunds verstecken müssen.»

Auch Maya Heuschmann, Länderkoordinatorin Türkei bei Amnesty International, ist Mitglied des Komitees. Wie Atici hofft sie auf ein grösseres Verständnis der Einheimischen gegenüber der kurdischen Bevölkerung: «Das Bild vom Kurden, der automatisch auch ein Terrorist ist, muss endlich aus den Köpfen der Leute verschwinden.» Die Kulturwoche sei dafür gut geeignet: «Hoffentlich werden einige Leute die Gelegenheit zu Gesprächen nutzen.»

So wünschen sich die beiden Beteiligten für die nächste Woche vor allem eines: Viele Schweizer Besucher. «Etwas mehr Interesse vonseiten der Einheimischen wäre erfreulich», sagt Atici.

Die Beziehung zwischen Kurden und Türken erlebt Atici in der Schweiz übrigens anders, als es die aktuelle Situation in der Türkei vermuten lässt: «Ich habe hier noch nie problematische Vorfälle erlebt», erzählt er.

Die Kurdische Frühjahrswoche Newroz findet bis zum 25. März statt.

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