3Land
Die Lage am Rhein soll in Zukunft besser genutzt werden

Eine Ausstellung des Basler Bau- und Verkehrsdepartements zeigt im Sinne eines «Blickes in die Werkstatt» die Planungsarbeiten zur Vision 3Land. In dem Stadtentwicklungsprojekt sollen dereinst 20 000 Menschen leben und arbeiten.

Peter Schenk
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Hafen- und Stadtentwicklung Kleinhüningen-Klybeck
5 Bilder
Strategie und Entwicklung, aus: Synthesebericht Städtebauliche Testplanung mit Optionen Hafenlogistik, 2010
Visualisierung trimodales Containerterminal Basel Nord mit neuem Hafenbahnhof
Konzeptkarte Masterplan 3Land aus: Entwicklungsvision 3Land, 2011
Bearbeitungs- und Betrachtungsperimeter der Entwicklungsplanung Kleinhüningen-Klybeck

Hafen- und Stadtentwicklung Kleinhüningen-Klybeck

Nicole Nars-Zimmer

Eine Ausstellung zeigt einen Blick in die Werkstatt zum Stadtentwicklungsprojekt 3Land zwischen Huningue (F), Weil am Rhein-Friedlingen (D) und der Basler Quartiere Kleinhüningen und Klybeck. Dort sollen dereinst 20 000 Menschen leben und arbeiten.

«Die drei Partner befinden sich alle in der gleichen Situation, denn die Lage am Rhein wird ungenügend genutzt», erklärt Thomas Waltert vom Planungsamt Basel-Stadt, der als Gesamtprojektkoordinator Basel-Nord auch 3Land betreut. «Es geht darum, Denkanstösse zu liefern, wie wir diese Chance in der Zukunft nützen können», fährt Waltert fort.

Höhe ist noch nicht entschieden

Die Ausstellung zeigt auf, wie es von der Idee eines neues Hafenbeckens III mit einem Containerterminal Basel-Nord und einer Verlegung der Hafenbahn zur trinationalen Planungsvereinbarung vom September 2012 kam. Auch die Testplanungen für die Klybeckinsel werden thematisiert. Zu sehen ist auch das grosse Modell im Massstab 1:1000, das allerdings vor der hitzigen Diskussion um «Rheinhattan», der umstrittenen Hochhaussilhouette auf der Klybeckinsel, entstand. Waltert betont, dass es sich um keine real geplanten Bauten handle und nicht entschieden sei, ob acht Geschosse oder richtige Hochhäuser entstehen sollen.

Ein weiteres Modell aus Holz, diesmal im Massstab 1:500, zeigt den Ist-Zustand. Auf der anderen Seite der Ausstellung sind Hochhausmodelle zu sehen, die von Studenten erarbeitet wurden, aber keinen Gesamtblick auf die Klybeckinsel darstellen.

Viele Brücken-Modelle

Des weiteren sind etliche Brücken-Modelle ausgestellt, Ergebnisse eines Ideenwettbewerbs für Studierende der Fachbereiche Architektur und Bauingenieurwesen, an dem die FHNW Basel, die TU Darmstadt und die INSA Strasbourg teilnahmen. Interessant ist die Lösung, die eine Studentin aus Darmstadt für das Dreiländereck vorschlägt. Es handelt sich um eine Klappbrücke, die durch das Gewicht von Wasser geöffnet und geschlossen wird. Sie führt über das Hafenbecken zur gegenüber liegenden Seite in Weil am Rhein. Eine andere Brücke inszeniert sich als Aussichtsplattform, die nur zu Fuss zu überqueren ist.

Weiter galt es, auf Höhe der Wiesemündung eine Verbindung zwischen Kleinhüningen und Huningue zu schaffen. Ein Projekt schlug eine Brücke vor, die aus zwei Ebenen bestand: die obere für Autos und Tram, die untere für Velofahrer und Fussgänger. Eine weitere Konstruktion sah vor, den Pylon der Schrägseilbrücke auf Basler Seite mit einem Hochhaus zu kombinieren. Weitere Vorhaben widmeten sich der Aufgabe, die beiden Uferpromenaden nördlich der Dreirosenbrücke durch eine Fuss- und Veloverbindung zu erschliessen.

Weil am Rhein zeigt in der Ausstellung, wie dereinst das Gebiet nördlich des jetzigen Rheinparks, der neben dem Rheincenter liegt, aussehen könnte. Denkbar wäre, dass die neuen Gebäude dort vom Wasser umflossen werden. Die elsässischen Nachbarn aus Huningue verdeutlichen, wie der Rheinuferweg bald bis zur Dreiländerbrücke führen wird.

Ausstellung Vision 3Land, Grisard-Gebäude, Basel, Uferstrasse 90, bis einschliesslich 8.11. Mi/Fr 16-19 Uhr, Sa 13-16 Uhr.