Fussballfeld, Garten, Spielplatz: Der Grün- und Freiraum Landhof und seine Zukunft bewegen Basel. Weil das Interesse an der Grünfläche im Wettsteinquartier gross ist, lud das Bau- und Verkehrsdepartement am Montag zur öffentlichen Jurierung des Projektwettbewerbs Landhof.

Rund 30 Leute scharten sich in der BLG-Lagerhalle auf der Erlenmatt um die erste Stellwand. Es sind neben der Jury Verwaltungsmitarbeiter, Nutzervertreterinnen und -vertreter sowie einige Privatpersonen. Von 39 anonym eingereichten Projekten stehen noch fünf zur Diskussion. Zuerst würdigt und kritisiert jeweils ein Referent das Projekt. Eines will den Landhof in eine verwunschene Waldlichtung umgestalten. Ein Jurymitglied kritisiert die künstlichen Wege, das nächste vermisst die Fussballvergangenheit und der Dritte bemängelt die Lage des Pavillons. Derweil finden die Nutzer, der Vorschlag entspreche ihren Bedürfnissen.

Zeitweise Polarisierung

Eine Stellwand weiter wird die Diskussion heftiger. Während ein Jurymitglied die Idee, den Gemeinschaftsgarten zu betonen und den Pavillon, der als Quartiertreffpunkt und Kaffee dienen soll, zu verkleinern, als «poetischen Ansatz», «mutig» und «zukunftsorientiert» bezeichnet, empfinden es Nutzervertreter als arrogant, dass der Vorschlag nicht den Vorgaben entspricht.

In der weiteren Diskussion zeigt sich deutlich: Während die Fachpersonen den gestalterischen Gesamteindruck sowie die Qualität der Idee und deren Umsetzung im Vordergrund sehen, betonen die Nutzervertreter eher praktische Aspekte. Das unterschiedliche Verständnis führt zu einer kurzzeitigen Polarisierung. Den Laien fehle das Verständnis, lautet der O-Ton. Prompt nimmt dies eine Frau persönlich: «Ich fühle mich als Laie nicht respektvoll behandelt.» Baudirektor Hans-Peter Wessels greift schlichtend ein: «Alle fünf verbleibenden Projekte haben eine hohe Qualität, ich habe noch keine Lieblinge.»

Entscheid wird am Dienstag kommuniziert

Bei einem nächsten Projekt, das den Landhof teilweise der Natur überlassen möchte, wird definitiv klar: Die Jury entscheidet weniger über Details, als über eine Grundhaltung: Soll der Landhof ein Stadtpark werden oder eher den Charakter eines Quartier-Hinterhofs haben?
Auf welches Projekt sich die Jury geeinigt hat, wird heute Dienstag kommuniziert. Gefällt wurde die Entscheidung unter Ausschluss der Öffentlichkeit.