La crise n’existe pas. Von einer Museums-Krise könne nicht die Rede sein, betonen die beiden neuen Kulturchefinnen Sonja Kuhn und Katrin Grögel. Es gebe lediglich einzelne Herausforderungen. Das sieht Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann genauso: «Die Museen sind gut aufgestellt.» Das zeige sich etwa anhand der tollen Ausstellungen im Kunst- oder Antikenmuseum. «Es gibt einzelne Probleme, an denen wir aber intensiv arbeiten.»
Krise oder doch keine Krise? Fakt ist, dass sich gerade bei den Museen die Probleme häufen. Das sorgt für Unsicherheit und Verdruss:

Museumsstrategie: Seit rund acht Jahren wartet der Grosse Rat auf eine Gesamtstrategie für die fünf kantonalen Museen. Ackermann hat versprochen, das Papier bis Ende Jahr zu präsentieren. Dem Vernehmen nach existiert es eigentlich bereits seit den Herbstferien. Ackermann aber zögere, es der Regierung vorzulegen.

Boykott: Gleich zwei Grossratskommissionen haben einen Boykott beschlossen. Bis die fehlende Strategie endlich vorliegt, wollen sie keine Beschlüsse zu den Museen mehr fassen. Um zukunftsweisende Entscheide fällen zu können und nicht mehr nur Einzelmassnahmen treffen zu müssen, brauche es Klarheit und einen Gesamtüberblick. Ein vermutlich einmaliger Vorgang, der in aller Deutlichkeit aufzeigt, dass bei der Kulturpolitik Feuer im Dach ist.

Naturhistorisches Museum: Bis auf weiteres blockiert der Grosse Rat den Neubau des Naturhistorischen Museums. Eigentlich war die nötige Kreditvorlage längst angekündigt, wurde aber wieder verschoben.

Berri-Bau: Wenn das Naturhistorische Museum ausgezogen ist, soll das Antikenmuseum in den Berri-Bau einziehen. So sieht es das Gesamtprojekt vor. Ob das aber möglich ist, ist völlig offen. Noch immer lässt die nötige Machbarkeitsstudie auf sich warten.

Kunstmuseum: Es fehlt viel Geld in der Kasse. Direktor Josef Helfenstein sprach von zusätzlich 2,5 Millionen Franken, die für die Betriebskosten des Neubaus nötig wären. Heute Donnerstag soll zumindest eine Übergangslösung vorgestellt werden.

Subventionen: Erschwerend kommt hinzu, dass nicht nur Baselland künftig fünf Millionen Franken weniger an die Basler Kultur zahlt. Auch der Bund hat Gelder an Museen gestrichen. Noch ist offen, ob der Kanton in die Bresche springt.

Und das ist längst nicht alles: Noch immer fehlt auch das lange erwartete Festivalkonzept. Ausserdem sind Fragen aufgetaucht zur Betriebsfinanzierung nach dem
Kasernen-Umbau. Und auch der Orchesterproberaum lässt auf sich warten. Es mag keine Krise geben. Aber es sind doch sehr, sehr viele Herausforderungen. (dba)