Tierpark
Die Langen Erlen haben bereits 170 Wolfs-«Aktien» verkauft

Die Finanzierung der Wolfsanlage in den Langen Erlen ist gut angelaufen. Insgesamt benötigt der Tierpark vier Millionen Franken. Bis zu diesem Betrag fehlen aber noch ein paar Millionen.

Tobias Gfeller
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Diese vier Personen sind verantwortlich für die «Aktien».
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Das symbolische Wertpapier der Wolfs-«Aktie» wurde vom Basler Grafiker Fredy Prack gestaltet.
Das geplante 5'500 Quadratmeter grosse Gehege soll vier Millionen Franken kosten.
Mit der Wolfsanlage möchte der Tierpark einen Beitrag zur Diskussion über den Wolf in der Schweiz leisten.

Diese vier Personen sind verantwortlich für die «Aktien».

Tobias Gfeller

Bereits 240'000 Franken hat der Tierpark Lange Erlen für den Bau der Wolfsanlage gesammelt. 70'000 Franken davon sind durch die Ende November lancierte Wolfs-«Aktie» zusammengekommen. Dieses vom Basler Grafiker Fredy Prack gestaltete symbolische Wertpapier geniesst grosse Beliebtheit. Bereits 170 Exemplare konnte der Erlen-Verein davon verkaufen. Viele überweisen sogar mehr als den Mindestpreis von 150 Franken. Für Geschäftsführerin Claudia Baumgartner ein grosser Erfolg. «Es läuft wirklich prima. Wir sind von der Nachfrage positiv überrascht.»

Die «Aktie» sei am Ende nichts anderes als eine Spende. Dafür habe man etwas Konkretes in der Hand. Das kommt an, verrät Baumgartner. «Wir wissen von den Tierpatenschaften, dass es viele Menschen gibt, die solche Urkunden sammeln oder sogar zu Hause aufhängen.»

Mit der Wolfs-«Aktie», die bewusst in Anführungszeichen geschrieben wird, damit sie nicht als wirkliches Wertpapier missverstanden wird, geht der Erlen-Verein bei der Finanzierung eines Grossprojekts neue Wege. Die Verantwortlichen um Präsident Carlos Methner hoffen, dass damit die Identifizierung mit dem Vorhaben gesteigert wird. Bis die nötigen vier Millionen Franken zusammenkommen, ist aber noch ein weiter Weg. Dies betont auch Geschäftsführerin Claudia Baumgartner. «Die vielen kleinen Spenden sind wichtig. Doch nur mit Grossspenden von Privaten oder Stiftungen ist ein Projekt in dieser Grössenordnung realisierbar.»

Wolfsrudel löst Spendenschub aus

Das Gehege für das Wolfsrudel wird bis zu 5'500 Quadratmeter gross und reicht vom Haupteingang der Wiese entlang bis zum Hintereingang bei den Eseln auf Höhe des Erlenparkstegs. Die Anlage übernimmt quasi den Raum des Erlenparkwegs. Ähnlich wie bei der Wisentanlage kann auch die Wolfsanlage in Etappen und Korridoren gebaut werden, die dann auch bei der Tierhaltung genutzt werden könnten, erklärt Tierparkleiter Bruno Ris.

Dies könnte auch die Finanzierung beschleunigen. «Aus Erfahrung wissen wir, dass wenn erst einmal gebaut wird und bereits Tiere da sind, dies nochmals einen Spendenschub auslöst, weil die Leute wollen, dass das ganze Projekt zu Stande kommt.» Doch schon nur mit 3'000 Quadratmetern, was einer möglichen ersten Etappe entsprechen würde, wäre das Gehege für die Wölfe sehr grosszügig.

Wenn bereits Tiere da sind, löst das nochmals einen Spendenschub aus.  

(Quelle: Bruno Ris, Leiter Tierpark Lange Erlen)

Mit der Wolfsanlage möchte der Tierpark einen Beitrag zur Diskussion über den Wolf in der Schweiz leisten. Das Projekt werde dazu auch didaktisch einen Mehrwert bieten, ist Bruno Ris überzeugt.

Der Spatenstich für die Anlage ist für den kommenden August geplant, wenn der Tierpark Lange Erlen sein 150-jähriges Bestehen feiert.