slowUp
Die Langsamen erobern in drei Schlaufen das Dreiland

Etwa eine halbe Million Teilnehmer verzeichnen die verschiedenen Schweizer slowUp jährlich. In der Region Basel muss der motorisierte Verkehr am 15. September von 10 bis 17 Uhr den Velos, Inlineskates und Spaziergängern Platz machen. Rund 60 Kilometer sind autofrei befahrbar.

Silvana Schreier
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Karte der Slow-Up-Route

Karte der Slow-Up-Route

bz

An der heutigen Medienorientierung konnten die Organisatoren auch eine verbesserte Streckenführung vermelden. Unter dem Motto «gemeinsam en route : ensemble unterwegs» vermittelt der slowUp Basel-Dreiland die Kernthemen der Bewegungs- und Gesundheitsförderung, des regionalen Tourismus und des Zusammenlebens im Dreiland.

Siebenjährige Erfolgsgeschichte

Zum siebten Mal findet der Bewegungsanlass statt. «Gross und Klein können die Region kennenlernen und auf Strassen fahren, die normalerweise für Velos nicht befahrbar sind», sagt Manuel Friesecke, Präsident des Vereins slowUp Basel-Dreiland. Zudem sei die Veranstaltung auch ein Ort der Begegnung: «Es ist ein Projekt für die Bevölkerung und mit der Bevölkerung zusammen.»

Die längste Strecke der Schweiz, die für den normalen Verkehr gesperrt ist, führt auch nach Deutschland und Frankreich. Klaus Eberhardt, Oberbürgermeister von badisch Rheinfelden, möchte den Teilnehmenden des slowUp einen Querschnitt durch beide Rheinfelden bieten. Zwei Dorffeste würden zum Verweilen einladen und ein Fahrradservice- und eine E-Bike-Ladestation würden zu Verfügung stehen. Eberhardt selbst hat jedes Jahr am slowUp teilgenommen: «Es ist ein erhebendes Gefühl, wenn man als Velofahrer die ganze Strassenbreite nutzen kann.» Er sieht den Anlass auch als Werbung für eine andere Art von Mobilität.

Rund 800 freiwillige Helfer sind am slowUp in der Region Basel im Einsatz. Davon sind etwa 600 Schüler, Verkehrskadetten und Beamte für die Streckensicherung zuständig.

Die Route von 62 Kilometern ist in drei Schlaufen unterteilt: Jede davon ist rund 20 Kilometer lang. So können die Teilnehmenden individuell nach Lust und Laune entscheiden, welche Distanzen sie zurücklegen wollen. «Für Familien mit Kindern ist das ein wichtiger Punkt», sagt Wendel Hilti, Geschäftsführer von slowUp Basel-Dreiland. Ein- und Aussteigen sei auf der ganzen Route jederzeit möglich.

Neues Jahr - neue Strecke

Hilti sagt zur diesjährigen Streckenneuerung: «Der slowUp musste zuerst wachsen und akzeptiert werden. Und mit der letztjährigen Rekordzahl an Teilnehmenden ist der Wunsch nach einer Verbesserung da.» Die neue Strecke über die Kantonsstrasse von Rheinfelden nach Kaiseraugst bilde somit das diesjährige Highlight. Letztes Jahr führte die Route noch der Autobahn entlang. «Dort auf dem Veloweg zu fahren, ist keine Besonderheit. Und der Lärm des Verkehrs machte die Strecke noch unattraktiver», erklärt Hilti. Da die Autobahn von der Streckensperrung auf der Kantonsstrasse nicht behindert wird, stimmten die Gemeinden der Neuerung zu. «Das Konzept sollte auch für die Autofahrer akzeptabel sein, sie müssen lediglich mit einem Umweg von sieben Minuten rechnen», sagt Hilti. Linienbusse können mit einigen Umleitungen wie gewohnt verkehren. Teilweise auch auf der Strecke des slowUp.

In Kaiseraugst gibt es eine weitere Neuheit: «Wir haben erstmals auch einen Festplatz. Zudem können Kinder im dort aufgebauten Verkehrskreisel der Suva das richtige Verhalten im Kreiselverkehr erlernen und üben», sagt Françoise Moser, Gemeinderätin von Kaiseraugst. Hilti zufolge dürfte auch der diesjährige slowUp mit der erwarteten Besucherzahl von 60 000 ein Grosserfolg werden.