Kommentar
Die Last des Zentrums

Benjamin Wieland
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Basel-Stadt will seine Fachmaturitätsschule und die Gymnasien nicht mehr für Ausserkantonale offen halten. Das ist zu bedauern. Wenn Welten aufeinanderstossen, ist das meist eine Bereicherung, eine Horizonterweiterung. Das dürften alle Beteiligten bestätigen, auch – oder gerade – Städter und Städterinnen. Eine Schulkollegin etwa benötigte eine Dreiviertelstunde von ihrem Wohnort nach Basel. Pro Weg. Im Winter nahm sie manchmal Schnee mit. Um zu beweisen, dass es geschneit hatte bei ihr oben. Ein anderer Kollege erschien häufig mit ungebundenen Schuhen im Klassenzimmer. Er war der Sohn des Abwarts. Dauer seines Schulwegs: gerannt etwa 20 Sekunden. Die grosse Entflechtung der Schülerströme in der Nordwestschweiz hat Basel-Stadt angestossen. Die Beweggründe sind legitim. Die Schülerzahlen in beiden Basel und im Fricktal steigen. Auf die Länge kann Basel die Jugendlichen aus dem Umland nicht mehr im bisherigen Umfang aufnehmen, ohne mehr Platz anzubieten. Eine neue Schule bauen, nur um dort Schülerinnen und Schüler aus dem Umland einzuquartieren – das kann es aber nicht sein, sagte man sich wohl beim Basler Erzie­hungsdepartement. Zu hoffen ist, dass trotzdem ein gewisser Austausch von Schülerinnen und Schülern über die Kantonsgrenzen hinweg möglich bleibt. Die Region wächst zusammen – warum da gerade die Schulbildung eine Ausnahme bilden soll, ist nicht nachvollziehbar.