Das Basler Amt für Mobilität ist eine Datenkrake. Die Trottinett-Anbieter müssen dem Amt nicht nur die Anzahl Fahrzeuge melden, die zum Einsatz kommen, sondern auch die Anzahl Ausleihvorgänge sowie «weitere erhobene Daten».

Simon Kettner, Leiter Mobilitätsstrategie, bestätigt, dass der Kanton über Daten verfügt, allerdings nur was die Anzahl der Gefährte betrifft. Allerdings habe zumindest einer der Anbieter auf eine Vertraulichkeitszusage bestanden. «Aus den Benutzungsdaten könnte die Wirtschaftlichkeit der Systeme relativ einfach abgeschätzt werden. Wir haben deshalb auch ein gewisses Verständnis, dass die privaten Anbieter auf der Vertraulichkeit Ihrer Daten bestehen», sagt Kettner.

Wenige Trottis länger als zwei Monate im Einsatz

Ganz anders die US-Stadt Louisville. Die dortigen Behörden veröffentlichen sämtliche Daten der beiden Trotti-Anbieter in Echtzeit. Daraus lassen sich nicht nur Schlüsse ziehen, ob das Geschäft rentiert, sondern auch ökologische. Das hat das US-Onlinemagazin qz.com im März dieses Jahres getan – und kam zum Schluss, dass die Elektro-Flitzer eine durchschnittliche Lebensdauer von 28,8 Tage haben. In diesem knappen Monat haben sie in 92 Fahrten 262 Kilometer zurückgelegt. Nur sieben der 129 untersuchten Trottis waren länger als 60 Tage im Einsatz, das Fahrzeug mit der längsten Lebensdauer verschwand nach 112 Tagen von der Bildfläche.

Was genau mit den Fahrzeugen geschah – ob sie wegen Defekten aus dem Verkehr gezogen wurden, deren Reparatur sich nicht mehr gelohnt hätte oder ob sie verschwanden – das geht auch aus den Louisville-Daten nicht hervor. Das wissen nur die Firmen selbst. Und die Taucher der Stadt Zürich. Diese hatten nämlich Mitte Juni innert wenigen Stunden über zehn E-Scooter aus dem Zürichsee gefischt, wie «Watson» schreibt. An einer einzigen Stelle. Auch aus der Limmat fischt die Zürcher Wasserschutzpolizei immer wieder E-Scooter. Wobei eine genaue Statistik nicht vorliege.

Bereits zehn Scooter aus dem Rhein gefischt

Anders in Basel. Matthias Nabholz vom Amt für Umwelt und Energie sagt: «Die Rheinpolizei hat in diesem Jahr rund zehn E-Scooter aus dem Rhein gezogen.» Das Amt will dem nun nachgehen, um abzuschätzen, was das für den Gewässerschutz bedeutet.