Bevölerungsbefragung

Die Lebensqualität in Basel ist hoch, aber...

Lebensqualität in Basel ist laut Befragten sehr hoch.

Lebensqualität in Basel ist laut Befragten sehr hoch.

Die Basler sind grundsätzlich zufrieden mit der Stadt. Kritisch bewertet werden die Wohnsituation und der Verkehr.

«Die Lebensqualität in Basel ist hoch, das urbane Leben wird geschätzt und die Menschen fühlen sich mit dem Kanton verbunden.» Mit diesen Worten eröffnet Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann am Donnerstag die Medienkonferenz, an der sie gemeinsam mit dem statistischen Amt die Ergebnisse der Bevölkerungsbefragung 2019 präsentiert. In der zum sechsten Mal durchgeführten Befragung wurde die Lebensqualität im Stadtkanton so gut beurteilt wie noch nie zuvor.

In der 2003 veröffentlichten, ersten Basler Bevölkerungsbefragung hatte der Kanton Basel-Stadt auf einer Skala mit zehn Punkten als Bestnote bezüglich Lebensqualität 7,4 Punkte erhalten. Nun ist dieser Wert auf 8 Punkte gestiegen, wie das Präsidialdepartement am Donnerstag mitteilte.

Wie schon bei der ersten Umfrage erklärten auch bei der jüngsten rund 95 Prozent der befragten Personen, sehr gerne oder gerne in Basel-Stadt zu wohnen. Basel liegt somit punkto Zufriedenheit im Durchschnitt anderer Deutschschweizer Städte wie Bern oder Zürich. Die Zufriedenheit in den Landgemeinden Riehen und Bettingen ist noch höher als in der Stadt Basel. Von allen befragten Personen würde ein Fünftel gerne umziehen.

Verkehr wird sehr unterschiedlich bewertet

Besonders geschätzt werden im Stadtkanton das Kulturangebot, Einkaufsmöglichkeiten und die Abfallentsorgungen. Weniger zufrieden sind die Basler mit dem Wohnungsangebot, der Luftqualität und mit der Lärmbelastung. Keine Einigkeit besteht im Bereich Verkehr. Bei der Frage, mit welchen Themenfeldern die Befragten am zufriedensten sind, erreichte der öffentliche Verkehr die höchste Punktzahl. Dieses Ergebnis erstaunt im ersten Moment.

So sieht es auch die Leiterin des Statistischen Amts, Madeleine Imhof: «Ich kann Ihnen offen sagen, wir waren zuerst etwas überrascht vom Ergebnis.» Sie weist jedoch darauf hin, dass die Befragung zwischen Februar und April stattgefunden hat, also noch vor der Krise der BVB im Sommer. Es sind aber nicht alle mit der Verkehrssituation in der zufrieden: Das Thema liegt auf Platz eins der grössten Probleme im Kanton Basel-Stadt. Dies ist auf die Unterscheidung von «öffentlichem Verkehr» und «Verkehr» zurückzuführen. Letztere Kategorie bezieht sich eher auf den Individualverkehr, also auf die Situation für Velo- und Autofahrer. Häufig genannte Probleme sind Staus oder die Rücksichtslosigkeit anderer Verkehrsteilnehmer.

Ein ähnlich widersprüchliches Bild zeigt sich bei der Sicherheit, welche ebenfalls je nach Fragestellung sehr positiv oder negativ bewertet wird.

Im Vergleich mit Vorjahren deutlich an Bedeutung verloren hat die Migrationsproblematik, die in den früheren Befragungen noch zu den Hauptsorgen der Basler Bevölkerung gehört hatte. Mit Abstand am unzufriedensten ist die Basler Bevölkerung nach wie vor mit der Wohnsituation.

Das hat auch die Regierung wahrgenommen. So betont Regierungspräsidentin Ackermann: «Die Förderung von vielfältigem und günstigem Wohnraum bleibt weiterhin wichtig.» Gleichzeitig findet sie, es seien bereits ausreichend Gesetze und Massnahmen aufgegleist und sieht daher vorerst keinen weiteren Handlungsbedarf.

Vielleicht lassen sich die Ergebnisse als Stimmungsbarometer für den kommenden Abstimmungssonntag lesen: Am 9. Februar werden die Baslerinnen und Basler sowohl über die eidgenössische Initiative «Mehr bezahlbare Wohnungen», als auch über mehrere kantonale Verkehrsvorlagen abstimmen.

(ayt / sda)

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