Gastronomie

Die letzten Tage des «Ca’puccino»: Kult-Café an Basler Falknerstrasse macht zu

Das Ca'ppuccino schliesst per Ende März seine Tür.

Das Ca'ppuccino schliesst per Ende März seine Tür.

Nach fast neun Jahren verlassen die Wirte die Falknerstrasse – eine Nachfolgelösung ist bereits in Sicht. Eine gastronomische Belebung der Meile bleibt angesichts des nahenden Umbaus der Freien Strasse umso wichtiger.

Das kleine Café an der Basler Falknerstrasse verströmt einen erfrischenden Hauch Italianità in der sonst eher gutschweizerisch angehauchten Grossbasler Innenstadt. Doch nicht mehr lange: Bereits auf Ende März schliessen die Betreiber das Geschäft – nach fast neun Jahren am gleichen Standort.

Das hat allerdings nichts mit dem Corona-Virus zu tun, der zurzeit der hiesigen Gastroszene arg zusetzt. Giomar Scialfa, der das Lokal mit seiner Schwester Lara betrieben hat, sagt: «Es wird Zeit für etwas Neues.» Tatsächlich sei eine konzeptionelle Neuorientierung der Grund, warum man den Standort aufgebe. Denn die Nachfrage ist gross, das Café profitierte zudem von einer ausgesprochen treuen Stammkundschaft, die quer durch alle Alterssegmente reichte. «Jetzt braucht es erst einmal eine Pause», sagt Scialfa. Er könne sich danach gut vorstellen, an einem neuen Ort mit einem neuen Konzept zu wirten.

Der Name Scialfa ist in der Basler Gastroszene bekannt: Giomars und Laras Vater, Rosario Scialfa, wirtet zurzeit mit seinem «Lo Spuntino» am Leonhardsberg hinter dem Barfüsserplatz, also gleich um die Ecke vom «Ca’puccino». Gastronomie gehört entsprechend zum «Family Business», wie es Giomar formuliert.

Die Lage ist für einen Café-Betrieb ideal

Die Lage an der Falknerstrasse hat sich für den Café-Betrieb als ideal herausgestellt. Zum einen gibt es auf dieser Seite der Häuserzeile kaum Mitbewerber, zum andern ist das Lokal der als Gastro-Wüste berüchtigten Freien Strasse sehr nah. Die bislang dezidiert italienische Atmosphäre hob das «Ca’puccino» wie seinen Vorgängerbetrieb «Il Caffè» zudem deutlich von dem benachbarten Unternehmen Mitte oder der Confiserie Bachmann ab.

Das Geschäft mit dem grossen Schaufenster wird in der Zwischenzeit nicht verwaisen oder gar zu einem Kleidergeschäft umfunktioniert. Voraussichtlich soll an derselben Stelle der nächste Gastrobetrieb entstehen, sagt Scialfa. Eine Nachfolgelösung sei jedenfalls in Aussicht. Die künftigen Betreiber würden zu gegebener Zeit über ihre Pläne informieren. Damit wäre ein traditioneller Teil des gastronomischen Angebots in der Innenstadt gesichert.

Im Sommer wird die Freie Strasse zur Grossbaustelle

Denn nach wie vor kommen die Falknerstrasse und insbesondere die Gerbergasse für das Gastrodefizit in der Freien Strasse auf. Dort geht dieses Jahr ohnehin eine grosse Bauerei los: Ab Sommer wird die wichtigste Basler Shoppingmeile gesamtsaniert. So werden die Trottoirs verschwinden und durch den Belag des Gestaltungskonzepts Innenstadt ersetzt – inklusive Alpnacher Quarzsandsteinelemente und Kopfsteinpflästerung in den Seitengassen.

Die Arbeiten beginnen in wenigen Monaten und sollen laut Planungsamt Basel-Stadt insgesamt drei Jahre dauern. Während dieser Zeit bleiben nicht nur die Geschäfte in Betrieb, auch Veranstaltungen wie der Stadtlauf oder die Basler Fasnacht – so sie denn 2021 endlich wieder stattfindet – sollen von der Baustelle nicht tangiert werden. Ist die Aufwertung von der Strasse zur Flaniermeile abgeschlossen, hoffen die Projektverantwortlichen, dass dann auch mehr Verweilmöglichkeiten als heute entstehen.

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