Unter der noch leeren Kuppel der Markthalle hallt jeder Schritt mehrfach von den Wänden zurück. Schon leise Lacher verwandelt das Echo in einen Chor aus geisterartigem Gelächter. Das ist das Problem der Halle: Laute Veranstaltungen sind hier nicht möglich. Die 25 Meter hohe Kuppel kann wegen des Denkmalschutzes und der Statik nicht mit Schallschutzplatten ausgekleidet werden. Dennoch kündet Philipp Strebel an, dass die Eventhalle zum Herzstück des umgebauten Gebäudes wird. Strebel leitet die Zürcher Firma PSM Center Management, welche die Räume vermietet.

Die Vermieter haben noch kein genaues Konzept für die 25 Meter hohe und 60 Meter breite Halle. Ideen für Veranstaltungen haben sie aber viele. Als Beispiele nennen sie kleine akustische Konzerte, Fasnachtsveranstaltungen, regelmässige Märkte (etwa einen Blumen- oder Wochenmarkt), Opernaufführungen, Kooperationen mit der Mustermesse oder der Baselworld, Modeschauen, Kunstausstellungen und eine Sonntagsdisco. Auch Sportveranstaltungen sind denkbar. «Man könnte den Stadtlauf durch die Markthalle hindurch führen», schlägt Architekt Christian Blaser vor. Abends können Firmen die Kuppel für private Anlässe mieten.

Markthalle als Flaniermeile

Die meiste Zeit findet voraussichtlich aber kein spezieller Anlass statt. Dann ist die Halle auf mehreren Seiten geöffnet und kann von Passanten als öffentlicher Durchgang genutzt werden. «Die Markthalle ist die grösste gedeckte Lounge von Basel», sagt Strebel. Er plant sieben verschiedene Gastronomiekonzepte.

Architekt Blaser sieht Parallelen zur Geschichte der 1929 erbauten Markthalle: Früher wurde sie von den Marktfahrern gemeinsam finanziert. «Heute haben wir wieder diesen Mix zwischen Kultur, Kunst und Kommerz», meint Blaser. Auch die Vermieter betonten, dass sie ihr Konzept nicht ausschliesslich nach kommerziellen Gesichtspunkten ausrichten. Kann man das den Chefs eines börsenkotierten Unternehmens glauben? «Es geht auf jeden Fall nicht um knallharte Gewinnmaximierung. Deshalb ist der Durchgang auch öffentlich», entgegnet Blaser.

Fast die Hälfte der Läden vermietet

Bei der Wahl der 30 Läden auf der 500 Quadratmeter grossen Einkaufsfläche bevorzugt Strebel die kleinen, feinen Geschäfte. «Wir wollen keine Konkurrenz zur Innenstadt sein, sondern eine Ergänzung.» Die 30 Läden könne man auch nicht als Shoppingzentrum bezeichnen. Grosse Marken berücksichtige man nur, falls sie in Basel noch nicht präsent sind.

Bis jetzt fehlen die grossen Namen. Auf Anfrage nennt Strebel erst drei Mieter: das Bergsportgeschäft Bächli, Kosmetika-Verkäuferin Melvita und Weissbrot, eine Produzentin nachhaltiger Krawatten. Eigentlich hätten die Vermieter mehr Läden mit nachhaltigen Produkten erhofft: «Offenbar gibt es das auf dem Markt aber noch zu wenig.» Die Läden der neuen Markthalle seien im mittleren Preissegment anzusiedeln.

Vor zehn Tagen wurden die Verkaufsflächen zur Vermietung ausgeschrieben. «Es läuft gut», freut sich Strebel. Er hat bereits 42 Prozent vermietet. Mit 390 bis 700 Franken pro Quadratmeter und Monat stuft er die Mietzinsen für die Verkaufsfläche als moderat ein. Durch den breiten Nutzungsmix wollen die Zürcher aus der Basler Markthalle eine kleine «City in der City» machen. Eröffnet wird das 160 Millionen Franken teure Projekt im März 2012.