Curry & Co
Die Markthalle lädt zur kulinarischen Weltreise ein

Vor einem Jahr startete die Neuausrichtung erfolgreich. Während der Mittagszeit strömen hunderte Besucher in die Halle und gehen dabei auf eine kulinarische Weltreise. Die Betreiber planen nun einen Gemüsemarkt.

Jasmin Schraner
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Brummendes Stimmengewirr füllt die grosse Halle.

Brummendes Stimmengewirr füllt die grosse Halle.

Nicole Nars-Zimmer

Das neue Leben in der alten Markthalle startete mit drei bis vier Essensständen, die etwas improvisiert in der riesigen Rundhalle standen. Zaghaft schauten vereinzelte Besucher vorbei, unsicher, was sie hinter den Türen erwartet. Das war vor einem Jahr.

Mittagszeit, zwölf Monate später: Unter der Kuppel hat sich die Szene radikal verändert. Rund 35 Stände bieten täglich die Welt zum Essen an, beispielsweise pakistanisch, italienisch oder persisch. 500 Sitzplätze verteilen sich auf den Raum, es riecht nach Curry, Kaffee und Asia-Suppe. Die Neuausrichtung der alten Markthalle beim Bahnhof scheint geglückt.

Das sieht auch Markthallen-Verwaltungsrätin Barbara Buser so: «Wir sind richtig überrollt worden vom Interesse der Basler, das Marktgeschehen wieder zurückzuholen.» Dieses Ziel hat man nun erreicht: Unter der 85-jährigen Kuppel, die einst zu diesem Zweck erbaut wurde, finden verschiedenste Formen von Märkten statt. Die Stände zur Mittagszeit sind bis heute das populärste Angebot: Rund 600 Menschen essen täglich in der Halle zu Mittag. «Wir können aus vielen Interessierten aussuchen und haben so ein vielfältiges und qualitatives Angebot», sagt Kommunikationsleiterin Barbara Dill. Angebot und Nachfrage seien gar organisch gewachsen, sagt Verwaltungsrat Christoph Schön: «Anfangs waren es drei bis vier Stände, die täglich um die 50 Essen verkauften, jetzt sind es mehr Stände, die etwa gleich viel verkaufen.» Einzig die Masse an Wegwerfgeschirr, die dabei im Müll landet, sorgte für Unmut. Die erhaltene Bewilligung für eine Waschstrasse ermöglicht jetzt das Einführen von Mehrweggeschirr.

Mit Bewilligungen hat sich das Markthalle-Team nicht nur einmal herumgeschlagen. Um den Flohmarkt am Sonntag zu ermöglichen, wurde nach erfolgloser Beantragung eine Petition eingereicht — damit hatte man mehr Glück. Das Ruhetagsgesetz wird jetzt geändert und der Sonntag wurde zum Familientag der Markthalle: mit Kinderprogramm, Brunch und Flohmarkt.

Neu ein Wochenmarkt

Dass der Flohmarkt ein Wunsch der Bevölkerung ist, habe man in einem Pilotversuch letzten Dezember herausgefunden. «Wir versuchen, auf die Bedürfnisse der Stadt einzugehen. Das hat sich bis jetzt bewährt, wir haben selten einen Fehltritt gemacht», sagt Schön. Die Nutzung der Markthalle wird stetig, aber langsam verändert. In den nächsten Monaten sind deshalb weitere Investitionen von über einer Million Franken geplant. Seit März ist die Halle auch abends geöffnet und in diesem Spätsommer wurde die Aussenbewirtschaftung aufgenommen. Regelmässig finden kulturelle Veranstaltungen unter der Kuppel statt, aber auch Konferenzen und Privatanlässe.

Als es um die Vermietung der Boxen am Rand ging, wurde das Markthallen-Büro nicht minder überrollt als bei den Ständen. Passende Mieter waren schnell gefunden: Ein Hofladen ist bereits eingezogen, auch Geschirr, Dörrfrüchte und Schwangerschaftsmode gibt es zum Kauf sowie Cocktails in der Bar «Hinz und Kunz». Geplant sind ausserdem ein libanesischer Spezialitätenladen, eine Gelateria und eine Bäckerei. Der Samstag bringt künftig urchige Stimmung in die Halle: Am Wochenmarkt verkaufen Produzenten Gemüse und Früchte ab Hof. Somit gelangt auch die ursprünglichste der Marktformen unter die Kuppel. Am Abend findet ein «urbaner Alpsegen» statt. Während einer Viertelstunde werden der enormen Kuppel musikalisch Echos entlockt.

Kommendes Wochenende feiert die Markthalle ihr einjähriges Bestehen mit einem Jahrmarkt. Mit dabei ist auch der Strassenzirkus «Die Düsende Dora.» Für die Kinder wird am Samstag ein vielfältiges Programm mit Kasperlitheater und Zirkusshows geboten.

www.altemarkthalle.ch