Die Merian-Iselin-Klinik muss sich einer Frischzellenkur unterziehen. Dies, weil die seit 1974 bestehende Infrastruktur ihre Lebensdauer erreicht hat. So muss die ganze Haustechnik komplett saniert werden. «Die Baueingabe ist eingereicht», so CEO Stephan Fricker. Wenn diese bewilligt wird, wolle man im Mai oder Juni 2016 mit den Umbauarbeiten an der sogenannten Klinik West beginnen. Neben den zwingend notwendigen Infrastruktur-Erneuerungen steht aber noch ein weiterer wichtiger Punkt an: eine «massvolle Volumenerweiterung in Form eines Anbaus an die Klinik West», so Fricker. Der Anbau sei im Einklang mit den Zonenvorschriften geplant. «Diese Volumenerweiterung löst akute Platzprobleme, insbesondere im Bereich unserer Aufwachstation sowie der Zentralsterilisation.»

Der Anbau würde nicht nur die grossen Platzprobleme lösen, sondern der Klinik ausserdem die Möglichkeit geben, eine «neue räumliche Einheit» für privatversicherte Patientinnen und Patienten einzubauen. Und dies «im Rahmen eines abgerundeten Raumensembles». Dieser neue «Private Wing» wäre im Vergleich zur bestehenden Abteilung für Privatversicherte grosszügiger. «Der Bereich soll ohne infrastrukturellen Overkill mit einer hohen Dienstleistungsbereitschaft und hohen Dienstleistungsstandards gestaltet werden», erklärt Fricker. Trotz des Anbaus an die Klinik West wird die Zahl der Betten aber nicht steigen. «Betten spielen im DRG-Zeitalter eine untergeordnete Rolle. Im Vordergrund steht die Anzahl Patientinnen und Patienten.»

Neues Gesicht verpassen

Verbunden mit diesem Bauprojekt ist ausserdem eine Neukonzeption der gesamten Fassade der Klinik. Geplant ist der Einsatz von Photovoltaik. «Schön wäre es, wenn wir auf der grossen Fassadenfläche ein kleines Energiekraftwerk applizieren könnten.» Nötig sei die Neukonzeption aufgrund der Alterung der bestehenden Strukturen. «Ausserdem haben wir das Ziel, der Klinik ein neues Gesicht zu verpassen.»

Das «neue Gesicht» solle aber nur visueller Art sein. Von einer Neuausrichtung der Klinik will Fricker nicht sprechen. «Wir verstärken unsere bereits gut verankerte Klinik hinsichtlich der vermuteten Anforderungen der nächsten zehn Jahre.» Geplant wurde der komplette Umbau von der Firma Vischer Architekten. Das Basler Architekturbüro plante bereits die letzte Verjüngung der Merian-Iselin-Klinik vor 15 Jahren. Während die damaligen technischen und räumlichen Erneuerungen im Operationsbereich mit 24,5 Millionen Franken zu Buche standen, wird der finanzielle Aufwand beim neu geplanten Projekt deutlich höher: «Dieses für uns grosse Projekt löst Kosten von rund 45 Millionen Franken über alles gesehen aus», so Fricker. Diese Summe wird teils aus eigenen Mitteln und teils mittels Fremdfinanzierung – also über Hypotheken – finanziert.

Kennzahlen der Merian-Iselin-Klinik

Kennzahlen der Merian-Iselin-Klinik

2-Jahres-Projekt

Der gesamte Umbau, der von CSG Baumanagement durchgeführt werden wird, soll eineinhalb bis zwei Jahre in Anspruch nehmen. Nach Abschluss dieses Projektes ist man zwar auf dem neusten Stand, aber: «Nach einem Umbauprojekt ist immer auch vor einem Umbauprojekt», so Fricker. Räumliche Veränderungen, getrieben durch technische Notwendigkeiten und neue medizinische Gegebenheiten, seien in einer Klinik an der Tagesordnung. «In diesem Sinn werden in den nächsten Jahren punktuell immer wieder bauliche Veränderungen gemacht.»