Samstagsverkauf
Die Migros mischt sich über Lautsprecher in den Basler Wahlkampf ein

Statt Werbung gibts Wahlpropaganda: Die Migros lässt in verschiedenen Basler Filialen Spots über die Lautsprecher laufen, die für eine Ausdehnung der Ladenöffnungszeiten am Samstag werben. Das ist legal, Kritik gibts aber trotzdem.

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In verschiedenen Basler Migros Filialen gibts über die Lautsprecher statt Werbung Wahlpropaganda. wal

In verschiedenen Basler Migros Filialen gibts über die Lautsprecher statt Werbung Wahlpropaganda. wal

Vergünstigte Peperoni, billigerer Frischkäse, heruntergeschriebene Pizzen. Wer kennt sie nicht, die Werbung über Lautsprecher, die die Kunden in der Migros auf spezielle Angebote aufmerksam machen? Am vergangenen Samstag aber, da dürfte sich der eine oder andere gewundert haben, ob der Durchsage. Da warb die freundliche Stimme aus dem Lautsprecher nämlich für eine Ausdehnung der Ladenöffnungszeiten am Samstag von 18 auf 20 Uhr. Das berichtet der «Blick» am Dienstag.

«Kunden werden verwirrt»

«Unser Geschäft schliesst auch an diesem Samstag schon bald wieder. Am 3. März haben Sie es in der Hand. Sagen Sie an der Urne Ja zu verlängerten Ladenöffnungszeiten und einem stressfreieren Einkaufen», heisst es in den Spots in den Filialen Drachencenter, Claramarkt oder Stücki. Auch andere Läden, die dem Verein Basler Detailhandel angeschlossen sind, würden mit ähnlichen Werbesprüchen auf die Abstimmung hinweisen, sagt Dieter Wullschleger, Sprecher der Migros-Genossenschaft Basel, gegenüber dem Newsnetz. «Den Eurowechselkurs können wir nicht beeinflussen, die Rahmenbedingungen schon», sagt er.

Wenig Freude an der Wahlpropaganda hat der Schweizerische Konsumentenschutz. Es sei für die Kunden verwirrend, wenn aus den Lautsprechern statt der erwarteten Produktwerbung plötzlich ein politisches Anliegen ertöne, sagt Geschäftsführerin Sara Stalder gegenüber dem Newsnetz. Wullschleger bestreitet das. Die Migros-Mitarbeiter sind in persönlichen Schreiben über die Haltung des Unternehmens zur Abstimmung informiert worden. Die Kunden würden schon am Eingang durch Aufkleber auf die Abstimmungskampagne aufmerksam gemacht.

Verwirrung oder nicht: Klar ist, dass die Migros nichts Unrechtmässiges macht. Laut Rechtsanwalt Marc Schweninger gibt es keinen Gesetzesartikel, der politische Werbung in einem Laden verbietet. Die Migros darf ihre Kunden also einfach mit Klängen berieseln – egal, ob es sich dabei nun um Werbung oder eben Wahlpropaganda handelt.