Straumann
Die Milliarde ist geschafft: Basler Hersteller von Zahnimplantaten steigert Umsatz

Der Zahnimplantatehersteller Straumann hat den Umsatz um über 20 Prozent erhöht. Davon profitiert auch der Standort Schweiz.

Andreas Möckli
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Marco Gadola, Firmenchef von Straumann

Marco Gadola, Firmenchef von Straumann

zvg

Erstmals in der Firmengeschichte hat Straumann die Milliardengrenze geknackt. Der Basler Zahnimplantatehersteller hat seinen Umsatz im vergangenen Jahr um 21 Prozent auf 1,1 Milliarden Franken gesteigert. Selbst wenn die Zukäufe ausgeklammert werden, ist die Wachstumsrate mit knapp 16 Prozent noch immer beachtlich. Zum dritten Mal in Folge hat die Firma ihren Umsatz zweistellig erhöhen können. Auch die Betriebsgewinn-Marge in der Höhe von 25,5 Prozent tastet sich langsam wieder an einen Wert heran, der kurz vor der Finanzkrise einen Höchstwert erreichte. Damals im Jahr 2007 betrug der 28,2 Prozent.

Zwei Drittel des Wachstums stammt von hochpreisigen Implantaten. Ein Renner ist ein neues Produkt mit einem schmalen Durchmesser. Dieses ist kleiner als jene der wichtigsten Konkurrenten und gewinnt in diesem Segment Marktanteile. Aber auch das Geschäft mit günstigeren Implantate wächst stark, was Straumann als «Non-Premium-Geschäft» bezeichnet. Mit der Kombination aus teuer und günstig kann die Firma offenbar insbesondere bei Zahnarztketten punkten.

Von den starken Zahlen profitiert auch der Standort Schweiz. So schuf die Firma in Villeret im Berner Jura im vergangenen Jahr 150 neue Mitarbeiter. Dort werden Premium-Implantate von Straumann hergestellt. Die Produktion soll weiter ausgebaut werden, sagt Firmenchef Marco Gadola. Bis im nächsten Jahr soll auf dem Areal in Villeret ein neues Gebäude entstehen, mit dem die Produktionskapazität um 50 Prozent erhöht werden soll. Auch am Hauptsitz in Basel steigt die Mitarbeiterzahl, allerdings in einem gemächlicheren Tempo. Hier arbeiten rund 490 Mitarbeiter, 35 mehr als noch vor einem Jahr.

Profiteur von der guten Verfassung ist auch das Management. Deren Bezüge stiegen um eine Million auf 15,7 Millionen Franken. Knapp vier Millionen davon gehen an Firmenchef Gadola, was angesichts der Grösse des Unternehmens eine beachtliche Zahl ist. Bei der um ein Vielfaches grösseren Novartis etwa ist für den neuen Chef Vas Narasimhan eine Jahresvergütung 8,9 Millionen Franken vorgesehen, sollte er seine Ziele erreichen.

Was das laufende Jahr anbelangt, so rechnet Straumann mit einem Wachstum im niedrigen zweistelligen Prozentbereich. Dies wäre erneut deutlich schneller als der globale Zahnimplantatemarkt. Dieser soll um 4 Prozent wachsen.