Winter

Die Minustemperaturen legen in Basel die Baustellen lahm

In der Stadt sind derzeit viele Baustellen eingefroren – wie hier bei die Grosspeter-Baustelle

In der Stadt sind derzeit viele Baustellen eingefroren – wie hier bei die Grosspeter-Baustelle

In der Stadt sind derzeit viele Baustellen buchstäblich «eingefroren» – Schnee und Eis verunmöglichen der Bauindustrie das Arbeiten. Besonders betroffen ist der Strassenbau. Hier drohen gar Zwangsferien, wenn nicht bald der Frühling kommt.

Schnee und Eis prägten die vergangene Woche in der Region Basel. Was die meisten Werktätigen höchstens zwischen Haustür und Büro etwas ärgerte, erschwert oder verunmöglicht der Bauindustrie das Arbeiten. Sichtbar war das auf vielen Baustellen in der Stadt, diese waren teilweise buchstäblich eingefroren.

«Klar sind wir eingeschränkt», sagt Eduard Schmied, Präsident der Bauunternehmer Region Basel. Ob und wie gut man arbeiten könne, hänge sehr davon ab, welches Material verarbeitet wird. «Für Mauerwerk muss es über null Grad sein, betonieren kann man auch noch mit minus fünf», erklärt er.

Am meisten betroffen ist der Strassenbau. So zum Beispiel die Basler Firma Pensa Strassenbau. Bauleiter Elvis Lauricella hat seine Männer praktisch allesamt von den Baustellen abgezogen. «Etwas ausheben ist bei einem gefrorenen Boden fast nicht möglich. Auch den Abbauhammer zu benutzen macht so keinen Sinn», klagt Lauricella.

Seine Leute in die Zwangsferien schicken musste er noch nicht. «Im Moment sind sie auf dem Werkhof versammelt», sagt er. Es gebe Maschinen zu reparieren und Werkzeuge instand zu stellen. «Dinge, für die man sonst nie Zeit hat.»

«Planen ist schwierig»

Wenn es aber noch weiter so kalt bleibe, wisse er nicht, wie er seine Leute noch beschäftigen könne, sagt Lauricella. «Momentan schauen wir jeden Tag mehrere Wetterberichte an und versuchen, so gut wie möglich zu planen.»

Bei den anderen Baufirmen klingt es ähnlich. «Teilweise bauen die Arbeiter Überstunden ab oder nehmen Freitage», sagt Mirko Tozzo von der Bubendörfer Tozzo Gruppe.

Beim Kanton wird gebaut

Beim Basler Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) hat man vorgesorgt. Es stehen keine kantonalen Baustellen still. BVD-Sprecher André Frauchiger meint: «Es ist ja bekannt, dass es im Februar kalt werden kann. Bei uns wurde deshalb so geplant, dass in der kalten Jahreszeit keine Belagsarbeiten oder anderes gemacht wird, das von der Kälte beeinträchtigt werden könnte.»

Dass die Bauarbeiter, die trotz allem draussen unterwegs sind, unter der Kälte leiden, verneint Bauunternehmerpräsident Schmied. «Arbeitsrechtlich ist es sehr genau geregelt, wie die Arbeiter bei tiefen Temperaturen geschützt werden müssen.» Die Arbeiter hätten mehr und längere Pausen und müssten mit entsprechenden Kleidern ausgerüstet werden. Aber: «Der Arbeitsrhythmus kommt ins Stocken», sagt Schmied. Damit müsse seine Branche leben. «Wenn es im Sommer 35 Grad warm ist, können wir von den Arbeitern auch nicht eine normale Leistung verlangen», meint er.

Trotz allem: In der Baubranche dürften alle darauf hoffen, dass es bald Frühling wird.

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