Den kurzen Mittag entspannt an der Sonne verbringen, das wünschen sich Viele, würde das momentane Wetter mitspielen. Für die Besucher der Markthalle sah es noch im Frühjahr so aus, als würde sich dieser fromme Sommer-Wunsch erfüllen. Vor dem Haupteingang standen Tische und Stühle für die Gäste – jedoch ohne Bewilligung des Bauinspektorats. Die Betreiber der Markthalle wurden verwarnt und die Aussenbestuhlung musste zurückgenommen werden.

Doch die Rückmeldungen der Gäste auf die Sitzmöglichkeit im Freien waren überaus positiv. Für die Betreiber, die Markthallen AG Basel, war klar, dass sie auf diese augenscheinliche Nachfrage reagieren wollten. «An das Verbot wollten wir uns natürlich halten», erklärt Alexandra Dill von der Projektgruppe Markthallen AG, «deshalb reichten wir im April ein Baugesuch ein.» Zusätzlich zu einer Aussenbewirtschaftung vor dem Haupteingang soll nun auch die Treppe am Steinentorberg der Verpflegung «al fresco» dienen. Dazu muss das bestehende Baugeländer leicht verschoben werden, so dass die Platzierung von Möbeln und Ständen möglich wird. Dies sei aber die einzige bauliche Massnahme, die die beiden Baugesuche zur Aussenbewirtung mit sich brächten.

Cocktails, Whisky und Rum

Neben dem Bewilligungsantrag für die Aussenbewirtschaftung hat die Markthallen AG gleichzeitig noch ein weiteres Baugesuch eingereicht. In einen der «Shops» im Inneren der Halle, der eigentlich eine Boutique hätte beherbergen sollen, wird nun die Bar «Hinz und Kunz» einziehen. Bevor in der Markthalle aber «Cocktails, Whisky und Rum», für die die Bar wirbt, ausgeschenkt werden dürfen, muss zunächst noch der Nutzungswechsel von Verkauf zu Gastronomie genehmigt werden. Doch die Ausbauarbeiten sind bereits in vollem Gange. Die Eröffnung ist auf September geplant. Solange wird es, nach Dill, mindestens auch noch dauern, bis die Aussenbewirtschaftung umgesetzt werden kann: «Wir hoffen, dass unsere Gäste ihre Mittagspause zumindest noch während der letzten Sommertage im Freien geniessen können», sagt sie. Sobald die Bewilligung erteilt sei, könne man mit der Aussenbestuhlung beginnen: «Wir sind bestens vorbereitet und voller Vorfreude», sagt Dill.

1929 diente die Markthalle als Handelsplatz für Früchte und Gemüse. Bauern aus der ganzen Region boten im grossen Kuppelgebäude ihre Waren an. Ganz ähnlich sieht es auch heute in der «neuen, alten Markthalle» aus, die zwischen 2009 und 2011 saniert wurde. Fast dreissig verschiedene Gastro-Anbieter nehmen die Gäste täglich mit auf eine kulinarische Weltreise: Indischer Curry, würzige Thai-Küche, handgemachte Pasta oder – wie in alten Markthalle-Zeiten – frische, regionale Ernteware. Bis zu 500 Mittagessen gehen täglich über die Theken der verschiedenen Essensstände.

Noch rund fünf Wochen gedulden

Obwohl die Markthalle sich zurzeit über mangelnden Zulauf nicht beklagen kann, glaubt Dill, dass die Aussenbewirtschaftung nochmals deutlich mehr Gäste anlocken wird: «Viele kennen nur die Kuppel der Markthalle, wissen aber nicht, wie sie von innen aussieht und was alles angeboten wird.» Es gäbe bei vielen Passanten noch immer eine Hemmschwelle, die es abzubauen gelte: Eine zusätzliche Aussenbewirtschaftung könne dabei helfen, ist Dill überzeugt. Gleichzeitig sei ein attraktives Angebot im Freien grundsätzlich ein gutes Aushängeschild für jeden Gastronomie-Betrieb.

Bis Anfang August kann noch Einspruch erhoben werden. Das hofft Dill jedoch nicht. Von den Gästen der Markthalle und den Anwohnern des Quartiers habe Dill bisher ausschliesslich gute Rückmeldungen auf das Vorhaben erhalten. «Gerade jetzt im Sommer ist das Interesse sehr gross», erzählt sie. Bereits die «Guerilla»-Aktion im Frühling sei, ausser bei den Behörden, auf viel Begeisterung gestossen. In fünf bis sechs Wochen, glaubt Dill, werde der Nachfrage schliesslich Rechnung getragen werden können – ganz legal.