Gastronomie
Die Momos kommen nach Basel und ziehen ins Klara ein

Das Comeback der tibetischen Teigtaschen: Heute eröffnet Tenz Momo das neue Lokal im Klara. Trotz des Hypes sieht sich das Label nicht als Kette.

Olivia Fierz
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Tenzing Tibatsang (links) und Alain Heiniger vor dem neuen Tenz Momo; im Hintergrund Köchinnen und Köche bei der Zubereitung von Momos.

Tenzing Tibatsang (links) und Alain Heiniger vor dem neuen Tenz Momo; im Hintergrund Köchinnen und Köche bei der Zubereitung von Momos.

Kenneth Nars

Vor allem in Zürich mag man die tibetischen Teigtaschen – nun ist der Hype auch in Basel angekommen. Nachdem sich das Klara vom letzten Momos-Lokal trennte, fragte man die ganze Zeit: «Wo sind die Momos?», sagt Alain Heiniger, Geschäftsführer des Klara Basel. Ab heute sind sie wieder im Klara, denn dort eröffnet Tenz Momo ein neues Lokal. Während in Tibet Momos traditionell mit Yakfleisch gefüllt werden, bietet Tenz Momo auch vegetarische und vegane Varianten an. «Ausser den Shiitake-Pilzen kommen alle Zutaten aus der Region», sagt Tenzing Tibatsang, Mitgründer von Tenz Momo.

Momos sind ein tibetisches Festessen

Handgefertigter Teig und sorgfältiges Falten – die Zubereitung von Momos sei sehr aufwendig, erklärt Tibatsang. Darum werden sie in Tibet vor allem für Festlichkeiten aufgetischt. «Diese aufwendige Zubereitung wird dann in der Familie aufgeteilt. Wenn es Momos gibt, weiss man, die Gastgeber haben sich Mühe gegeben», so Tibatsang.

Die Geschichte von Tenz Momo hat ihren Ursprung in einem gemeinsamen Momo-Essen mit Freunden, das jeweils einmal pro Woche an einem Mittwoch stattfand. Nachdem ihn ein Freund auf die Idee brachte, selbst Momos zu verkaufen, startete Tenzing Tibatsang das Projekt gemeinsam mit Lobsang Reichlin und Chimey Nelung. Der Verkauf diente zunächst sozialen Zwecken mit kleinen Anlässen in einem tibetischen Verein. Nach sechs Jahren gründeten die drei Freunde das Label Tenz Momo.

Nicht gewinnorientiert und keine Kette

Unterdessen hat Tenz Momo Standorte in Bern, Zürich und Basel und war bereits an 60 Festivals unterwegs. Aber trotz der fünf Standorte bezeichnet der Inhaber Tenz Momo nicht als Kette und hebt die sozialen Aspekte hervor. Bereits im tibetischen Verein hätten sich die drei Gründer politisch und sozial für Geflüchtete eingesetzt, die wegen politischer Verfolgung Tibet verlassen mussten.

Mit Tenz Momo führen sie die Unterstützung weiter: Ein Grossteil der Festangestellten ist aus Tibet geflüchtet. «Wir bieten ihnen gratis Deutschkurse an», erklärt Tibatsang. Ausserdem förderten sie tibetische Schulen und sind der Hauptsponsor des tibetischen Filmfestivals.

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