Forderung aufgestellt. Forderung erfüllt. Sache erledigt, sollte man meinen. Ganz so einfach aber ist es nicht. Im letzten Sommer hatte nach der Geschäftsprüfungskommission (GPK) auch die Bildungs- und Kulturkommission (BKK) beschlossen, keine Regierungsvorlagen zu den Basler Museen mehr zu verabschieden, bis die überfällige Museumsstrategie vorliegt. Es brauche endlich Klarheit und einen Gesamtüberblick, um zukunftsweisende Entscheide fällen zu können. Kurz vor Weihnachten legte Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann die Strategie dann vor.

«Wir sind froh, dass es nun zumindest mal ein Papier gibt. Damit ist das Thema aber noch nicht vom Tisch», sagt ein BKK-Mitglied, das namentlich nicht genannt werden will. «Uns geht es schliesslich auch um den Inhalt.» An ihrer ersten Sitzung dieses Jahres sei die Kommission am Montag noch nicht zu einem Schluss gekommen. Die Strategie werfe mehr Fragen auf, als sie beantworte. «Deshalb ist es möglich, dass der Boykott aufrechterhalten bleibt.» Viele würden das wohl situativ beurteilen. Erneut Folgen haben könnte das für den Neubau des Naturhistorischen Museums. Die nötige Kreditvorlage hätte dem Grossen Rat bereits nach den letzten Sommerferien überwiesen werden sollen, wurde aber bereits einmal auf dieses Jahr verschoben.

Die Meinungen in der BKK gehen auseinander – selbst wenn viele der Meinung sind, dass die Strategie wenig Klarheit bringe. «Wir sollten nun aber vorwärts schauen.» So gäben die nötigen Änderungen am Museumsgesetz sicher noch viel zu reden. «Die Regierung will uns Kompetenzen wegnehmen», gibt ein weiteres BKK-Mitglied zu bedenken. Das betreffe etwa die Finanzhoheit oder die Kontrolle der Museen. «Das gefällt nicht allen.»