Musik Akademie
Die Musik Akademie will mehr bieten als nur Freizeitvergnügen

Die Musik Akademie Basel hat ihre 145. Jahresfeier begangen. Direktor Stephan Schmidt betonte, wie wichtig Musikunterricht an Schulen ist. Als prominente Gastrednerin war die Aargauer Ständerätin Christine Egerszegi eingeladen.

Tobias Gfeller
Merken
Drucken
Teilen
Der Direktor der Musik Akademie Basel, Stephan Schmidt.
4 Bilder
Die Aargauer Ständerätin Christine Egerszegi-Obrist.
Der Auftritt des Oliver Pellet Trio (Oliver Pellet, Gitarre, Florian Haas, Schlagzeug, Federico Abraham, Kontrabass) im Foyer der Musik Akademie Basel.
145. Jahresfeier der Musik Akademie Basel

Der Direktor der Musik Akademie Basel, Stephan Schmidt.

Juri Junkov

Die Musik Akademie Basel zeigte an ihrer 145. Jahresfeier welche Breite und welche Qualität sie in den unterschiedlichsten Musikrichtungen vorweisen kann. Diese Qualität unterstrich auch Direktor Stephan Schmidt in seiner Ansprache am offiziellen Festakt. «Was ist diese Qualität, die uns immer wieder von aussen zugeschrieben wird und so wichtig ist, dass wir sie beibehalten?», fragte er in den vollbesetzten Grossen Saal. Ebenso komplex wie die Entstehung dieser Qualität sei deren Erhalt, unterstrich Schmidt die Bedeutung der Musik Akademie. «Wir würden Ihre Kinder weiterhin gerne im Schulalltag mit dieser Qualität Musik unterrichten», sagte er zu den sicherlich in grosser Zahl anwesenden Eltern von Basler Schulkindern. Die jahrelange Tradition, dass die Musik Akademie in den Schulen für den Musikunterricht zuständig ist, droht zu kippen. Schmidt ist überzeugt, dass jede und jeder tiefemotionale Erfahrungen mit Musik gemacht hat, die mehr sind als bloss das organische Hören von Geräuschen oder eine Berieselung von Tönen. «Musik ist viel mehr als ein Freizeitvergnügen.»

Gute und vielfältige Bildung

Die Ansprachen wurden künstlerisch untermalt von Darbietungen von Mitgliedern der Musik Akademie. Insbesondere eine grössere Gruppe Kinder, die mit rhythmischem Stampfen und Klatschen sowie mehreren Instrumenten die Zuhörer ins Staunen versetzte, zeigte diese von Stephan Schmidt angesprochene Vielfalt und Qualität. Auch die Aargauer FDP-Ständerätin Christine Egerszegi zeigte sich von den Aufführungen begeistert. «Es ist eine grosse Freude und Ehre, hier eingeladen zu sein.» Sie ist eine leidenschaftliche Musikerin und leitete vor Jahren eine regionale Musikschule mit bis zu 480 Schülern und 22 Lehrpersonen. «Ich bin überzeugt, dass unsere Schüler Anspruch auf gute und vielfältige Bildung haben.» Dazu gehöre auch der Musikunterricht. Egerszegi war Präsidentin des Komitees, das erfolgreich dafür sorgte, dass eine Gesetzesinitiative für Jugend und Musik vom Volk mit grossem Mehr angenommen wurde.

Musik darf kein Wahlfach werden

Die Ansprache der Ständerätin war sehr persönlich und gerade deshalb so authentisch. Es sprach weniger die Politikerin in ihr, als vielmehr die Musikliebhaberin. Mehrere Erlebnisse hätten sie darin bestätigt, wie wichtig die Musik für die Menschen sein kann. Einerseits das Singen mit der Grossfamilie an Weihnachten und andererseits eine Aufführung von Mozarts Zauberflöte in Ungarn. «Mir zeigte man, dass dort der Musikunterricht in den Schulen gleichberechtigt mit Mathematik ist. Ich bin der Überzeugung, dass die Musik ein wichtiger Teil des Schulunterrichts ist.»

Musik könne nicht nur mit dem Intellekt abgerufen werden, sondern fordere einen auch emotional. «Das Musizieren berührt den ganzen Menschen – sein Fühlen, sein Handeln.» Die Fertigkeiten, die man in der Musik erlange, hätten grosse Bedeutung für die Gesellschaft und den Beruf. «Wir dürfen nicht zu einer Gesellschaft von Einzelgängern werden.» Musik dürfe nicht zum Wahlfach verkommen und nicht immer Diskussionspunkt bei Sparmassnahmen sein.