Vorfasnacht

Die Mutter schlägt zurück: Warum man das Drummeli wieder sehen muss

Nach jahrelangem Auf und Ab hat das Drummeli, die grösste Basler Vorfasnacht, wieder zu sich selbst gefunden. Das liegt nicht nur an den Rahmenstücken, sondern an der Gesamtinszenierung. Am Samstag ist Premiere, der Vorverkauf läuft.

Das Drummeli ist ein Monster. So steht es auch in seinem historischen Namen und die Bezeichnung ist wahr: Das Monstre-Trommelkonzert, wie es früher noch offiziell hiess, bildet während einer Woche den Abschluss der traditionellen Basler Bühnenvorfasnächte. Rund 1100 Darstellende bestreiten gemeinsam mit professionellen Schauspielern ein Bühnenprogramm, das in der Regel gute zweieinhalb Stunden dauert.

Es ist damit einer der teilnehmerintensivsten Events im Basler Veranstaltungskalender, insbesondere im Frühjahr. Kein Wunder, denn schliesslich handelt es sich dabei um die Leistungsschau der fasnächtlichen Stammvereine, von denen die richtig grossen jeweils um die hundert musizierende Teilnehmer auf die Bühne des Musical Theaters zu stellen vermögen.

Die Herausforderung ist die schiere Grösse

Dabei bleibt das Drummeli aber weitgehend eine Laienveranstaltung. Organisiert wird es vom Fasnachts-Comité, selbst ein Verein, und dieser verfügt nicht über die Kapazitäten, ein professionelles und grosses Eventmanagement zu stellen.

Entsprechend lebt das Drummeli von den Teilnehmenden – und finanziell von den Ticketverkäufen, was die Ansprüche an die Show zunehmend wachsen liess. Das Programm 2020 behandelt eine «Tour de Bâle», die über 34 Programmpunkte durch eine Vielzahl von Basler Orten führt. Da ist etwa der Zolli zu thematisieren, aber auch der Totentanz. Das Ensemble gab bei einem Probenbesuch am Dienstag einen ersten Einblick in die Nummern: Wie etwa der Tod persönlich das Fasnachts-Comité abzuholen versucht, während im Theater Basel der Versuch einer Vorfasnachtsinszenierung geprobt wird, inklusive launischem Impresario mit Zürcher Dialekt.

Ein Spektakel, wie es sich gehört

Das Spektakel hat sich in den vergangenen Jahren in seinem Veranstaltungscharakter deutlich gefestigt. Nach einem langen Auf und Ab mit Regie-Wechseln während der vergangenen Dekade entwickelte das Drummeli unter Laurent Gröflin eine neue, eigene Identität, welche die Nummernshow neu interpretiert. Dabei wurde der Event auch technisch deutlich moderner; man merkt den fortschreitenden Generationenwechsel den teilnehmenden Stammvereinen ebenfalls an.

Robert Schärz, Drummeli-Verantwortlicher des Fasnachts-Comités, zielt denn auch auf eine Vorverkaufsquote von 90 Prozent der Tickets. Der Vorverkauf laufe entsprechend gut, die beliebte Dernière sei schon lange ausgebucht. Dafür hat es an der Premiere noch freie Plätze. Wer noch kein «Billje» hat, dem sei geraten zuzuschlagen: Egal, wie viel Vorfasnacht man sich bereits auf den Kleinkunstbühnen dieser Stadt einverleibt hat, nirgends wird man so final und überzeugt auf die eigentliche Basler Fasnacht eingestimmt wie an der «Mutter aller Vorfasnächte».

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