St.Jakob

Die Nachspielzeit im Joggeli wird fürs Faulenzen genutzt

Für die Badegäste im Joggeli ist der Sommer noch lange nicht vorbei. Foto: Martin Töngi

Für die Badegäste im Joggeli ist der Sommer noch lange nicht vorbei. Foto: Martin Töngi

Über 100 Badegäste verbrachten gestern ihre Mittagspause im oder beim Sportbad - wegen der warmen Temperaturen wurde die Saison nun bis zum 9. Oktober verlängert.

Schwimmlehrer Gunther Frank ist in seinem Element. Langsam läuft er am Rand des 50 Meter langen Schwimmbeckens neben seiner crawlenden Schülerin her und beobachtet mit Adleraugen deren Schwimmstil. Taucht ihr Kopf am Ende der Länge aus dem Wasser auf, schickt er sie sogleich mit vielen Tipps auf die nächsten 50 Meter.

Die junge Frau ist aber längst nicht die einzige Schwimmerin, die sich über die Mittagszeit im kühlen Nass des Sportbades St. Jakob erfrischt. Auf den Bahnen fünf bis sieben ist einiges los: Durchtrainierte und weniger sportliche Badegäste ziehen auf den Sprungböcken ihre Schwimmbrillen an und springen kopfüber ins Wasser. Ein normaler Dienstagmittag im Sommer – nur, dass bereits Oktober ist und das Sportbad im Joggeli eigentlich vergangenen Sonntag hätte schliessen sollen. Wegen der warmen Temperaturen wurde die Saison nun bis zum 9. Oktober verlängert.

Stammgäste kriegen nicht genug

Die Badegäste freuts – allen voran Fritz Peter. «Ich bin den ganzen Sommer lang jeden Morgen ins Joggeli gekommen», sagt der 87-Jährige stolz. Er schwimme dann seine Längen. Dass er sein Training nun eine Woche länger durchführen kann, gefällt ihm. «Bei diesem genialen Wetter wäre es doch schade gewesen, das Bad zu schliessen», sagt er und verschwindet in die Umkleidekabine.

Während für Peter der Vormittag die ideale Zeit ist, sich im Joggeli fit zu halten, geht Heidi Hofmann erst nach 13.30 Uhr ins Wasser. «Dann sind nicht mehr so viele Leute da.» Auch die 82-Jährige hat das Bad in diesem Jahr über hundert Mal besucht. «Am Donnerstag werde ich wohl das letzte Mal kommen, dann soll das Wetter ja kippen», sagt sie wehmütig und geht zum Sonnen die Treppe hoch auf die Liegetribüne.

Auf den Betontreppen ist die Spätsommersonne richtig spürbar. Gegen 20 Badegäste – auf dem ganzen Areal sind es über 100 – sitzen auf ihren Badetüchern, lesen, essen ihren Salat oder dösen. Joe Gyger kommt gerade von seinem Schwumm zurück, hat aber keine Zeit, sich von der warmen Sonne trocknen zu lassen: «Ich arbeite in der Nähe und verbringe deswegen fast jeden Tag meine Mittagspause hier.» Er würde so lange jeden Tag kommen, wie das Bad geöffnet sei. «Wahrscheinlich würde ich auch im Dezember hier schwimmen gehen – wenn auch im Neoprenanzug.»

Training und Uni in einem

Gyger ist nicht der Einzige, der im Joggeli seinen Mittag verbringt. Auch Nadine Feinstein schwimmt jeweils einen Kilometer, bevor sie am Nachmittag ins Büro zurück muss. «Ich geniesse die zusätzliche Woche hier.» Doch nicht alle kommen zum Ausruhen ins Joggeli. Die 21-jährige Isabelle de Courten ist Schwimmerin und Sportstudentin aus Bottmingen. Dass man im Sportbecken jetzt immer noch schwimmen kann, ist für sie ideal. «Ich kann zwischen meinen Unistunden einfach hierher kommen und trainieren.»

Wenn auch jetzt mit über 20 Grad in Basel noch nichts darauf hindeutet, dass die kalte Jahreszeit bald beginnt, wird diese in den nächsten Tage Einzug halten. Fest steht: Die Joggeli-Stammgäste werden bis am Sonntag noch jede Minute, die sie im Sportbecken des Gartenbads St. Jakob verbringen könne, ausnutzen.

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