Es ist etwas vom Unbaslerischsten: das jährlich erscheinende «Who is Who». Das Hochglanz-Heftli nimmt für sich in Anspruch, die «200 prominentesten Persönlichkeiten» der Region zu präsentieren. Das Magazin umgibt ein kleiner Mythos: Obwohl tout Bâle drüber redet, findet sich kaum jemand, der es gekauft haben will. So ist das halt mit Klatsch, für den noch eine andere Regel gilt: Er lässt sich nicht lange geheim halten. Deshalb konnte die bz schon einen Blick in die Zeitschrift werfen, obwohl sie offiziell noch gar nicht erschienen ist.

Eines vorweg: Das «Who is Who» besinnt sich in seiner bereits zehnten Ausgabe auf seine Wurzeln zurück. Während im vergangenen Jahr zahlreiche neue Gesichter und Influencer auftauchten, setzt die vierköpfige Jury in der aktuellen Ausgabe wieder vermehrt auf bekanntere Bekannte. Dem Engagement des ehemaligen Tennisprofis Marco Chiudinelli als Juror ist es wohl zu verdanken, dass es auch Roger Federer wieder in die Liga der berühmtesten Basler geschafft hat – keine Selbstverständlichkeit, schaut man sich die Auswahl vergangener Ausgaben an.

Im illustren Zirkel der Sportgrössen bewegen sich auch Trans-Eishockeyanerin Fabienne Peter, verschiedene FCB-Granden, Degenfechterin Laura Stähli und Sprinter Alex Wilson. Letzterer hat im vergangenen Jahr mitunter durch seine humoristisch-ehrlichen Statements in Live-Interviews («Ich hab mir fast in Hosen gemacht») Ruhm erlangt.

Speziell in der Welt der Gastronomie wagte die Redaktion wenig Experimente. Die Spitzenköche Tanja Grandits und Peter Knogl sind drin, Raphael Wyniger («Teufelhof») auch und dazu Patrick Stalder — letztes Jahr noch als Newcomer, nun als Geschäftsführer des neu eröffneten «L’Unique». Zumindest im Magazin noch nah beieinander sind Almi und Salvi — die beiden Fasnachtsentertainer sollen das Heu ja bekanntlich nicht mehr auf der gleichen Bühne haben. Standesgemäss gereicht es auch dem Comité zur Ehre: Obfrau Pia Inderbitzin führt die kleine Delegation vor Mats Brenneis und Alexander Sarasin an. Dass die «Who is Who»-Redaktion durchaus Mut zu Neuem beweist, zeigt sich — leicht unschön — an zum Teil etwas verpixelten Bildern. In manchen Fällen scheint sich die Redaktion das Bildmaterial in Eigeninitiative gesucht zu haben. Das passierte auch einem dem Autor nicht gänzlich unbekannten Chefredaktor einer bikantonalen Tageszeitung.

Keine Baselbieter Regierungsräte

Bei den Promiexperten keinen Eindruck hinterlassen hat hingegen die Baselbieter Regierung: Sie ist im «Who is Who» 2019 nicht vertreten. Von den Städter Amtskollegen schaffte es immerhin Finanzdirektorin Eva Herzog ins Blatt. Dafür konnten sich offenbar die Player auf nationalem Parkett besser in Szene setzen: Mit Maya Graf, Daniela Schneeberger, Thomas de Courten und Elisabeth Schneider-Schneiter ist mehr als die Hälfte der Baselbieter Nationalratsdelegation offiziell prominent.

Während in der Jury das Verhältnis der Geschlechter noch stimmt, hat das Magazin selber die Gleichberechtigung dann doch etwas verfehlt: Grob jede vierte bekannte Persönlichkeit ist eine Frau. Daran ändert auch die Nomination von Genderforscherin Franziska Schutzbach nichts. Chefredaktor Fabian Schwarzenbach verweist auf die Debatte vor ziemlich genau einem Jahr, als sie zu einem Boykott rechtsnationaler Politiker aufgerufen hatte. Er schreibt: «Sie hat sich weit aus dem Fenster gelehnt. Am Ende etwas zu weit.» Etwas, was man vom «Who is Who» sicher nicht behaupten kann.