Die graue Betondecke erinnert an einen Emmentaler-Käse, die künftige meterhohe Fensterfront ist noch nicht viel mehr als ein Gerippe aus schwarzem Stahl und die Treppe besteht aus hunderten kleinen Stolperfallen. Willkommen auf der Grossbaustelle St. Jakobshalle. Unter Hochdruck arbeiten derzeit über 200 Personen an der Sanierung und Modernisierung der Eventhalle.

Bis Ende September muss die zweite Phase abgeschlossen sein. Dann übernimmt das Tennisturnier Swiss Indoors wieder die Halle. Anschliessend folgen CSI, Fitnessmesse und diverse Generalversammlungen. «Alle Ereignisse können während dem Umbau lückenlos stattfinden», sagt Beat Grossglauser, Projektleiter beim Hochbauamt und gibt sich keine Mühe, seinen Stolz zu verstecken. Mit Argusaugen wachen die Verantwortlichen deshalb auf den Zeitplan: «Bisher lief alles planmässig», sagt Grossglauser.

Die optisch auffälligste Neuerung des Umbaus – das rund 5000 Quadratmeter grosse überdachte Foyer mit dem künftigen Haupteingang bei der Tramhaltestelle – soll bis zum Ende der zweiten Bauphase fertig sein. Die Halle rückt damit näher an die Strasse und ans gegenüberliegende Fussballstadion heran. Statisch ist das Foyer spektakulär. Die gesamte wuchtige Decke ruht auf einer einzigen Eckstütze. Diese wiederum fusst auf einem rund 25 Tonnen schweren Findling, ein symbolisches Kunstprojekt anstelle einer normalen Grundsteinlegung.

Durchgehende Dachkante

Während das Team der Büros Berrel Berrel Kräutler (Architektur) und Degelo Architekten (Gesamtleitung) der doch recht in die Jahre gekommene Halle von aussen ein komplett neues Gesicht verpasst, sind die Änderungen im Gebäudeinnern eher kosmetischer Natur. Grösste Neuerung: Dank zusätzlichen Fluchtwegen sind bei Konzerten und Partys künftig über 12 000 Zuschauer zugelassen, das ist rund ein Viertel mehr als bis anhin.

Damit gehört die St. Jakobshalle neu zu den grössten Konzerthallen des Landes und dürfte künftig dem Zürcher Hallenstadion (15 000 Zuschauer) deutlich stärker Konkurrenz machen als bis anhin. Die Anzahl Sitzplätze bleibt mit 9000 gleich. Für einige Events wie etwa die Swiss Indoors werden jedoch zusätzliche Tribünen benötigt. Auch die teilweise recht bescheidene Akustik soll mit verschiedenen Massnahmen verbessert werden.

Eine weitere Neuerung: Die Halle erhält auf der Vorderseite eine Ausfahrt für Lastwagen. Bisher mussten diese jeweils in der Halle selber mühsam wenden. Weiter werden die Fenster zubetoniert. Diese mussten jeweils abgedunkelt werden. Ausserdem sei dies energietechnisch besser. Mit der Sanierung wird die ganze Halle isoliert: «Wir rechnen damit, dass wir den Heizbedarf halbieren können», sagt Grossglauser.

Hinterseite erst 2018 fertig

Auf der Rückseite der Halle Richtung Parkplätze sind die Bauarbeiten noch nicht so weit fortgeschritten. Während auf der Vorderseite demnächst Lampen montiert und Platten gelegt werden können, dominieren hinten noch Kran, Bagger und Kipplader das Bild. Zurzeit wird dort das neue Dach betoniert.

Bis zum Ende der zweiten Phase wird erst der Rohbau fertig sein, welcher dann für die Eventphase im Winter provisorisch hergerichtet wird. Nächstes Jahr soll dann das achtjährige Projekt mit Baukosten von insgesamt 107,8 Millionen Franken mit dem Innenausbau definitiv abgeschlossen werden.