Leidenschaft
Die neue Retro Bar: ein Ort für Fussball-Momente

Heute eröffnet die Didi-Offensiv-Fussballkultur-Bar am Kleinbasler Erasmusplatz und bietet mehr als nur Live-Spiele am Fernsehen. Hier wird zusätzlich auch die Fussballkultur gepflegt.

Céline Feller
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Die drei Geschäftsinhaber Benedikt Pfister, Kathrine Wildmann und Raphael Pfister vor dem Tresen ihrer Didi-Offensiv-Bar.

Die drei Geschäftsinhaber Benedikt Pfister, Kathrine Wildmann und Raphael Pfister vor dem Tresen ihrer Didi-Offensiv-Bar.

Kenneth Nars

Wenn man den Raum betritt, lachen einem Franz Beckenbauer, Eric Cantona und Marco Streller entgegen. Auch Mario Götze, Beni Huggel oder Louis van Gaal sind präsent. Alle sind sie auf Zeitungsartikeln zu sehen, die den Bar-Tresen und die Wände der Didi-Offensiv-Fussballkultur-Bar zieren.

Heute eröffnet die Bar am Kleinbasler Erasmusplatz um 17 Uhr. Zusammen mit seiner Freundin Katherine Wildman und seinem Bruder Raphael entwickelte Historiker und Zeitungssammler Benedikt Pfister vor gut zwei Jahren die Idee für die etwas andere Sportbar. «Ich war mit meiner Freundin in München und habe mir dort eine Retro-Bar angeschaut und gedacht, dass so etwas in Basel fehlt. Dass Raphael zur selben Zeit auch die Idee für ein solches Projekt hatte, nahmen wir als Wink des Schicksals an», so Benedikt Pfister. Nach der Entwicklung eines Konzepts und knapp einjähriger Suche nach einem Standort wurden sie im alten Restaurant Erasmus fündig. Benedikt Pfister: «Wir sind im Kleinbasel aufgewachsen, etwa 200 Meter von hier, also passt es einfach perfekt.»

Talk-Runden, Lesungen

Neben zwei Fernsehern und einer Grossleinwand, auf der die Spiele des FCB, der englischen Premier League, der deutschen Bundesliga und der Champions League flimmern werden, wird in der Didi Offensiv-Bar auch Fussballkultur gepflegt. Die Bar, die nach dem FCB-Aufstiegstrainer Claude «Didi» Andrey benannt ist, soll neben jenen klassischen Fussball-Fans, die sich nur Spiele anschauen, auch kulturell interessierte Besucher ansprechen. Dazu dienen Ausstellungen, wie beispielsweise die aktuelle des Zürcher Sportfotografen Walter Scheiwiller, aber auch Filme zum Thema Fussball, Talkrunden oder Lesungen. «Ich kann mir vorstellen, dass bei den Podien über aktuelle Themen wie das Hooligan-Konkordat diskutiert wird», so Raphael Pfister. Aber auch Punkte wie der Frauenfussball oder der regionale Fussball sind für die Brüder, die einst beim Basler Traditionsverein FC Nordstern gespielt haben, Themen, die man aufgreifen könnte.

Zwischen Herzblut und Risiko

Für die beiden Pfister-Brüder wird die neue Bar ihr Haupterwerb sein. «Wir wissen, dass der Erfolg von so vielen Faktoren abhängt. Klar ist es ein Risiko, das wir eingehen, aber es ist eines, welches wir unbedingt eingehen möchten. Es steckt unglaublich viel Herzblut mit drin», sagt Raphael Pfister. Zusammen mit Freunden haben sie alles selber gemacht, Profis waren nicht am Werk. Dementsprechend nervös seien sie auch vor der heutigen Eröffnung, auch wenn sie felsenfest von ihrem Konzept überzeugt sind. Ersten Anklang hat ihre Idee denn auch bereits gefunden: «Wir konnten schon ein paar Reservationen entgegen nehmen», erzählt Benedikt Pfister sichtlich stolz. Dass die Eröffnung nicht schon gestern, pünktlich für das Spiel des FCB gegen den FC Liverpool angesetzt wurde, hat seinen Grund: «Es ist ein Heimspiel, dann sollen die Leute ins Stadion gehen», erklärt der leidenschaftliche FCB-Fan.

Wer die Zeitungsausschnitte, die die Wand dekorieren, betrachtet, sieht Momente von grossen Siegen, unvergesslichen Auswärtsspielen und historischen Augenblicken. Das gestrige Spiel des FCB gegen Liverpool wird bestimmt auch noch seinen Platz finden – und jedem Besucher bald ein weiterer Spieler beim Betreten der Bar entgegenlachen.